Der Penzberger Imam Benjamin Idriz wird mit dem Thomas-Dehler-Preis geehrt. Aber ist der Prediger wirklich ein toleranter Brückenbauer – oder ein Trojanisches Pferd der Muslimbruderschaft?
Seit drei Jahrzehnten ist Benjamin Idriz Imam der Islamischen Gemeinde in Penzberg. Er genießt den Ruf, „Brücken zu bauen“ zwischen Glauben, Kulturen und Menschen und steht für den häufig von Politikern und Kirchenvertretern beschworenen „interreligiösen Dialog“. Dafür soll der 53-Jährige am Mittwoch im Künstlerhaus in München den Thomas-Dehler-Preis erhalten. Der undotierte Preis zeichnet „die Stärkung des Rechtsstaates sowie Verdienste im Kampf gegen Vorurteile, Intoleranz und Hass zwischen Völkern, Rassen, Klassen und Religionen und gegen die Feinde der Freiheit“ aus.
Benannt ist die Auszeichnung, die unter anderem Otto Graf Lambsdorff, Hans-Dietrich Genscher, Joachim Gauck und Helmut Markwort erhalten haben, nach einem Mann, der im liberalen Widerstand gegen die Nationalsozialisten aktiv und mit einer Jüdin verheiratet war. Thomas Dehler selbst hätte jedoch wohl arge Probleme mit der Auszeichnung für Imam Idriz, denn dieser vermeintlich liberale Muslim hat zumindest einige Gründe dafür geliefert, sein Wirken kritisch zu sehen.
Der aus Mazedonien (damals Jugoslawien) stammende Bajrambejamin „Benjamin“ Idriz ist Imam einer Gemeinde, die von 2007 bis 2010 unter Beobachtung des bayerischen Verfassungsschutzes stand. Offenbar sah er Anzeichen dafür, dass der Vorzeige-Imam nur als solcher getarnt unterwegs ist, in Wahrheit aber an der Islamisierung Deutschlands arbeitet. Laut des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann stehe die Penzberger Islamische Gemeinde „aus guten Gründen im Bericht des bayerischen Verfassungsschutzes“, weil „führende Mitglieder“ Kontakte „zu mehr als problematischen Personen“ unterhielten.
Tatsächlich hat der vermeintlich so tolerante Prediger über die Jahre mehrfach Anlass zu Misstrauen gegeben. Das hat nun unterschiedliche Gruppen wie das Junge Forum München, die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) München und das Münchner „Linke Bündnis gegen Antisemitismus“ dazu bewegt, gegen die Auszeichnung von Idriz zu protestieren.
Die Deutsch-Israelische Gesellschaft München spricht sich gegen den Preis für Idriz aus.
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