Die Welt am Sonntag hat in ihrer jüngsten Ausgabe eine Recherche über Alice Weidel und ihre Familiengeschichte veröffentlicht. Ihr Großvater, Hans Weidel, war demnach Militärrichter sowie NSDAP- und SS-Mitglied. Welt am Sonntag schlüsselt die Karriere von Hans Weidel im Nationalsozialismus detailliert auf. Im Juli 1941 begann er seine Tätigkeit als Heeresrichter und wurde 1944 zum Oberstabsrichter befördert, wobei Adolf Hitler als oberster Gerichtsherr der Militärjustiz diese Beförderung persönlich absegnete. Laut der Historikerin Claudia Bade verhängten die Hitler unterstellten Militärgerichte etwa 50.000 Todesurteile.
Hans Weidel war überzeugter Nationalsozialist. Er wurde 1932 Mitglied der NSDAP und im Januar 1933 Mitglied der SS. Weidel war damit keiner der sogenannten „Märzgefallenen“, die erst nach der Reichstagswahl – oftmals aus opportunistischen Gründen – im März 1933 die NSDAP-Mitgliedschaft beantragten. Weidel war von der NS-Ideologie offenbar überzeugt, konnte in dem Staat Karriere machen und hat wohl Dutzende Verbrechen begangen.
Von der deutschen Presselandschaft wurde der Beitrag von der Welt am Sonntag vielfach diskutiert. Der Focus spricht von „brisanten Recherchen“. In die gleiche Kerbe schlägt die Bild und spricht von einer „brisanten Enthüllung“. Kaum behandelt wird jedoch, inwiefern die NS-Vergangenheit ihres Großvaters jetzt von politischer Relevanz für die AfD-Chefin sein soll. Offensichtlich ist zumindest, was die Welt am Sonntag zu diesem Artikel veranlasst hat und was damit suggeriert werden soll. Überschrieben ist der Beitrag immerhin mit dem Titel „Alice Weidels Opa und der Vogelschiss auf seiner Uniform“.
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