Die EU importiert 58 % ihrer Energie. Also Öl, Gas und Strom. Dass es nicht mehr ist, liegt an den Ländern, die dem selbstzerstörerischen deutschen Weg, der Abkehr von der Kernkraft bei der Stromerzeugung, nicht gefolgt sind. Bei Kohle, Gas und Erdöl sieht es aber deutlich anders aus. Der Großteil von Kohle, Gas und Erdöl kommt aus Ländern außerhalb der EU.
Was man nicht hat, muss man, sofern man das Geld dazu hat, kaufen. Am billigsten ist es in der Regel direkt beim Produzenten. Nun werden Erdgas und Erdöl bedauerlicherweise häufig in Ländern gefördert, die den neuen hochmoralischen Standards der EU nicht voll umfänglich entsprechen. Da will die EU seit neuestem nicht mehr einkaufen. Ein Beispiel dafür ist Russland. 2014 annektierte es die Krim, trotzdem wurde mit Begeisterung die Gas Pipeline NorthStream II weiter gebaut. 2022 überfiel Russland dann die Ukraine und war als Lieferland, zum mindestens offiziell, nicht mehr tragbar.
Daraus entstehende Konflikte wurden in der Folge umgangen, indem man in Drittstaaten einkauft. Das ist zwar teurer, aber die eigene unfehlbare Moral wird nicht in Frage gestellt, und, was die Sache deutlich vereinfacht, es ist ja nicht das eigene Geld, das man ausgibt. Auch für den einen oder anderen ehemaligen Politiker entstehen hier lukrative Möglichkeiten, sich durch Vermittlung noch etwas dazuzuverdienen.
Um die eigene Moral auch nach außen überzeugend darzustellen, verhängte die EU Sanktionspakte gegen Russland. Mittlerweile soll das neunzehnte kommen. Das bedeutet, dass alle anderen vorher offensichtlich nicht das erwünschte Ergebnis brachten. Deutlich negative Nebenwirkungen in der EU gibt es aber sehr wohl.
Das Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA) beschreibt das so: „Trotz einer Reihe von Sanktionen und der Gefahr, die von der Abhängigkeit von russischer Energie ausgeht, sind die EU-Importe insbesondere russischer fossiler Brennstoffe im dritten Jahr der vollständigen Invasion Russlands in der Ukraine weitgehend unverändert geblieben und beliefen sich auf insgesamt 21,9 Mrd. EUR. Einem Rückgang von 1 % gegenüber dem Vorjahr im Volumen. Bemerkenswert ist, dass die EU-Importe russischer fossiler Brennstoffe im dritten Jahr der Invasion die Finanzhilfe in Höhe von 18,7 Mrd. EUR überstiegen, die sie 2024 an die Ukraine geleistet hat”. (…) Die weltweiten Gesamteinnahmen Russlands aus fossilen Brennstoffen beliefen sich im dritten Jahr der Invasion ebenfalls auf 242 Mrd. EUR und seit Beginn der Invasion der Ukraine im Februar 2022 auf insgesamt 847 Mrd. EUR. Russlands Vorherrschaft auf neuen Märkten festigte sich ebenfalls im dritten Jahr der Invasion. Die drei größten Abnehmer russischer fossiler Brennstoffe, China (78 Mrd. EUR), Indien (49 Mrd. EUR) und die Türkei (34 Mrd. EUR), waren im dritten Jahr der Invasion für 74 % der Gesamteinnahmen Russlands aus fossilen Brennstoffen verantwortlich. Der Wert der Importe Indiens und der Türkei stieg im Vergleich zum Vorjahr um 8 % bzw. 6 %”.
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