Es sind Bilder zum Fremdschämen: Um sechs Uhr morgens stürmen mehrere Polizisten zu einer Wohnung im ersten Stock in Nordwestdeutschland, abgesichert von sechs Beamten mit Revolver im Halfter.
Mehrfaches Klingeln, dann laute Worte in der Stille: „Hier ist die Polizei. Wir müssen mal mit Ihnen reden!“ Dann öffnet sich zaghaft die Wohnungstür. Der Zuschauer sieht einen Mann in Unterhose. Sein Vergehen: Er soll einen beleidigenden Social-Media-Post über einen Politiker im Netz geteilt haben. Sein Laptop und sein Handy werden in Plastiksäcken konfisziert …
Es klingt wie die Festnahme in den Zeiten der RAF-Terroristen in den siebziger Jahren. Aber diese Szene geschah gerade eben. Und es ging nicht um Morde und Attentate. US-Journalisten waren für den amerikanischen Sender CBS News dabei, als mehrere Wohnungen beim sogenannten „Aktionstag gegen Hasskriminalität im Netz“ durchsucht und Handys sowie Laptops beschlagnahmt wurden. Szenen dieser Dokumentation sorgten für weltweites Entsetzen.
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