An die 60 Leute drängen sich am Samstagmorgen in den kleinen „Regenbogenraum“ der Sartory-Säle in Köln. Ordner bringen zusätzlich Stühle, manch einer muss trotzdem stehen oder setzt sich kurzerhand auf den Boden.
„Ein sicherer Ort, der für Vielfalt, Offenheit und Wissen steht. Besonders für die LGBTQ+ Community gibt es hier wertvolle Informationen zu Möglichkeiten der Familiengründung – von Samenspende bis Leihmutterschaft.“, so beschreibt der Veranstalter den „Regenbogen“-Seminarraum.
Im ersten Vortrag im Rahmen der am 18. und 19. Oktober stattfindenden Messe „Wish for a baby“ soll es darum gehen, wie Leihmutterschaft in verschiedenen Ländern geregelt ist. Eine Informationsveranstaltung. Keine Werbeveranstaltung. Denn Letzteres ist verboten. Theoretisch.
Auf dem Panel, organisiert von einem amerikanischen „Fertility Center“, sitzen vier Menschen, die mit Leihmutterschaft und Eizellspende – beides in Deutschland verboten – ihr Geld verdienen: Eine Ärztin, die Behandlungen durchführt, eine Anwältin, die mit Leihmutterschaft verbundene rechtliche Angelegenheiten klärt, und zwei Männer, die Leihmutterschaftsorganisationen leiten und selbst Kinder durch Leihmutterschaft erworben haben.
Neutrale Information ist angesichts dieser Aufstellung eher unwahrscheinlich. Die Anwesenden – auffällig dabei die Anzahl schwuler Paare – werden darüber aufgeklärt, dass und wie man in den USA, Kanada, Mexiko und Kolumbien Leihmutterschaft in Anspruch nehmen kann. „Wir haben so viele Fälle gesehen. Wir finden eine Lösung für jeden“, sagt Dr. Park, eine kalifornische Ärztin. Mann und Frau, Männerpaare, Frauenpaare, Alleinstehende: Alles kein Problem. Sollten die Kosten in den USA zu teuer sein, kann man die Embryos in den USA herstellen und verschicken.
Brett Griffin-Young erklärt, dass Selektion der Embryonen nach Geschlecht ethisch vollkommen unproblematisch sei. Als es um ein Geschwisterchen für seine Adoptivtochter ging, habe man sich für ein männliches Baby entschieden, weil das Mädchen zu Eifersucht neige: Eine ethisch gebotene Entscheidung also. Die beiden seien „thick as thieves“ – unzertrennlich, malt er das Familienglück aus.
Später wird es noch ein Seminar zu „Methoden der Geschlechtsauswahl“ geben. „Präimplantationsdiagnostik (PGT) ermöglicht eine nahezu 100%ige Genauigkeit bei der Auswahl des gewünschten Geschlechts. Erfahren Sie mehr in unserem Vortrag und starten Sie Ihre Reise zum Elternsein!“, heißt es auf der Homepage.
Parteipressekonferenzen von Die Linke, CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen











