Es ist inzwischen eine richtiggehende Serie der Absagen in diesem Frühjahr. Immer mehr Dorf- und Stadtfeste können nicht stattfinden, sogar Flohmärkte. Erst waren es Karnevalsumzüge, die abgesagt wurden. Doch dann ging es weiter. Mal ist es eine Kirmes in Nordrhein-Westfalen, die nicht stattfinden kann. Dann wieder geht es um ein Kirschblütenfest im hessischen Marburg im April, das wegen „abstrakter Terrorgefahr“ ausfällt. Das Osterfeuer in Berlin-Frohnau fällt auch dieses Jahr wieder aus – nicht wegen Corona, auch nicht wegen der Brandgefahr, sondern aus Sorge vor einem Anschlag. Die vom IS propagierten PKW-Anschläge sind ein echter Gamechanger im Wettbewerb zwischen Terroristen und Sicherheitskräften geworden.
Noch gibt es fast 10.000 Volksfeste in Deutschland. Aber dieses Brauchtum, das je nach Landschaft andere Formen annimmt, droht nun auszusterben. Die Feste sind oft das zentrale, wenn nicht das einzige kulturelle Ereignis in vielen Gemeinden. Ohne sie stellt sich die Frage, wo sich eine Mittelstadt, ein Dorf noch treffen kann.
Doch wie ferngesteuert fordern nun viele Gemeinden und Städte zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen bei öffentlichen Veranstaltungen – natürlich immer in Sorge um Leib der Leben der Teilnehmer und sicher alarmiert durch die wahrgenommene Sicherheitskrise. Die Attentate der allerjüngsten Vergangenheit haben Spuren hinterlassen. Die Gefahr – das scheint nun bewusst geworden zu sein – droht überall, nicht nur in Magdeburg, München oder Mannheim. Diese Sicherheit wird aber nicht mit Hilfe der Polizei hergestellt, sondern die Veranstalter sollten dafür sorgen.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











