Eine Frau, Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern, verheiratet mit einem Facharbeiter, soll in Zukunft 2.880 Euro pro Jahr in die Gesetzliche Krankenkasse einzahlen, um weiterhin versichert zu bleiben.
Eine andere Frau, die erst vor wenigen Monaten illegal über die Grenze nach Deutschland gekommen ist, Asyl-Antrag gestellt hat und einen zeitweisen Schutzstatus genießt, muss nichts bezahlen, um Leistungen der Krankenkassen in Anspruch zu nehmen.
Dieses Fallbeispiel könnte die politische Folge der geplanten Reformen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden. Die „FinanzKommission Gesundheit“ hat 66 Maßnahmen vorgeschlagen, die das 15-Milliarden-Euro-Loch in den Kassen im kommenden Jahr stopfen sollen. Zwei dieser Vorschläge sind besonders finanzwirksam, gleichzeitig jedoch brisant: die vollständige Finanzierung der Leistungen für Bürgergeld-Empfänger durch den Bund (12 Milliarden Euro) und die Abschaffung der kostenlosen Mitversicherung für Ehegatten, die keine kleinen Kinder betreuen (3,5 Milliarden Euro).
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