Dunja Hayali spielt sich selbst, Aktivistin Katja Diehl war Beraterin: ZDF-Film und Doku bewerben HateAid und Narrativ von „digitaler Gewalt“

vor 3 Monaten

Dunja Hayali spielt sich selbst, Aktivistin Katja Diehl war Beraterin: ZDF-Film und Doku bewerben HateAid und Narrativ von „digitaler Gewalt“
Bildquelle: NiUS

So platt wie penetrant indoktriniert das Zweite seine Zuschauer in einem TV-Film mit der Erzählung, dass „Hass und Hetze“ im Internet das Problem unserer Zeit sei und nicht etwa die 700 Gruppenvergewaltigungen im Jahr. Aktivisten wirken offen mit, und danach folgt auf die Gehirnwäsche noch ein Schleudergang in Form einer Doku.

Wer auch immer in der ZDF-Programmplanung den Sendeplatz für den Spielfilm „Eine bessere Welt“ plus anschließende Doku festlegte, hatte ein goldenes Händchen. Oder lief die aktuelle Kampagne gegen „virtuelle Gewalt“ rein zufällig zeitlich so an, dass Film und Doku kurz nach der Demo in Berlin gerade passten? Man weiß es nicht.Fest steht, dass beide die üblichen Erzählungen linker Aktivisten bedienten: „Digitale Gewalt“ (vor allem gegen Frauen) ist ebenso hart wie physische, oft führt sie sogar zu Gewalt im analogen Leben. Hass und Hetze – vor allem von rechts – sind allgegenwärtig. Opfer müssen sich an Meldestellen wenden. Männer sind misogyn. Und es braucht dringend mehr Kontrolle im Netz, der Staat muss das regeln.

Der TV-Thriller, der all diese Nachrichten über 90 Minuten so flach wie ein Kuhfladen transportiert, heißt „Eine bessere Welt“ – wie das Buch, das die Protagonistin Elena (dargestellt von Peri Baumeister) verfasst hat. Sie ist promovierte Geologin, verheiratet mit Deniz (netter Kerl mit Migrationshintergrund) und hat mit ihm zwei Kinder. Die Familie ist gerade von der Stadt aufs Land in ein verwunschenes Haus gezogen.

Elena (Peri Baumeister) erlebt Hass und Hetze – von rechts, natürlich.

Mit der Idylle ist es vorbei, als sie für die Klimaaktivistin Lara in einer TV-Talkshow einspringt, die den originellen Namen „talk und themen“ trägt und von niemand anderem als der Haltungsjournalistin Dunja Hayali moderiert wird, die sich hier selbst spielt. Die nächsten Minuten werden damit verbracht, die Mär von der Klimakatastrophe zu erzählen, von der Hayali sagt, sie sei „mittlerweile ja eingetreten“.

Elenas These, die sie auch in ihrem Buch vertritt: Nur ein festes CO2-Budget kann die Klimakrise einhegen. Jeder müsse sich einschränken. Das betreffe das Autofahren und Fliegen ebenso wie alltägliche Dinge wie das Föhnen der Haare. Ihr Kontrahent in der Runde ist natürlich ein Mann im Dreiteiler und in seinem Beharren auf individuelle Freiheit maximal unsympathisch (Deniz stöhnt zu Hause auf der Couch: „Das ist so ein Horst!“). Er wird von Elena selbstredend argumentativ und rhetorisch ausgeknockt.

Bei Hayali tritt die sympathische Frau gegen einen liberalen Stinkstiefel an.

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