Was sich in diesen Stunden vor unseren Augen in der Bundesregierung abspielt, ist ein grandioses politisches Drama, ein Epochen-Roman für die Endzeit der alten Bundesrepublik. Eine tief verwobene Geschichte von Macht, Liebe und Intrigen, wie sie sich kein Autor hätte erdenken können.
Im Prolog spitzt sich die Geschichte zu, wie ein normaler politischer Parteienkonflikt.
Im Streit um die Senkung der Spritpreise zeigt sich der Koalitionspartner von Kanzler Friedrich Merz (CDU) illoyal und geht mit eigenen Forderungen an die Öffentlichkeit (Übergewinnsteuer, Preisdeckel, Steuersenkung – NIUS berichtete), obwohl Merz darauf gedrungen hatte, dass sich SPD-Vizekanzler und Finanzminister Klingbeil mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) intern einigen sollte. Darauf geht Reiche an die Öffentlichkeit und teilt – völlig plausibel und nachvollziehbar – gegen Klingbeil aus: „Der Koalitionspartner ist in den letzten Wochen damit aufgefallen, Vorschläge zu unterbreiten, die teuer, wirkungsschwach und verfassungsrechtlich fragwürdig sind. Das führt zu Verwirrung und hilft den Verbrauchern nicht.“
Hier verlässt der Macht- und Meinungskampf die Ebene eines normalen Konflikts und steigert sich zu einer Intrige, denn Reiche wird prompt vom Kanzler für eine Kritik öffentlich abgemahnt, die er selbst ausdrücklich teilt. Der Grund: Merz‘ Macht und Kanzlerschaft hängen am Bündnis mit der SPD. Seine Macht ist ihm wichtiger als die Auseinandersetzung in der Sache. Reiche wird zur Gefahr für den Thron des Königs.
Pressekonferenz mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte | 06.07.2026











