Zwei Innenminister präsentieren die Polizeiliche Kriminalstatistik – und ihre Gewichtungen könnten unterschiedlicher kaum sein. Obwohl Bundesinnenminister Alexander Dobrindt von der CSU und Hamburgs Innensenator Andy Grote von der SPD dasselbe Zahlenwerk präsentieren, ziehen sie offenbar völlig unterschiedliche Schlüsse und legen ihre Betrachtungsschwerpunkte völlig anders.
Den Aufschlag in der Bundespressekonferenz darf der Bundesinnenminister machen – und nutzt ihn auch. Dobrindt spricht maßgeblich über das Phänomen Ausländerkriminalität. Viermal so oft auffällig seien Nichtdeutsche insgesamt als Tatverdächtige im Vergleich zu Bundesbürgern, zeigen die Zahlen der PKS 2025. Nichtdeutsche Tatverdächtige seien bei der Gewaltkriminalität mit 42,9 Prozent weiterhin deutlich überrepräsentiert, führt Dobrindt aus. Er spricht von einer „erheblichen Überrepräsentanz“.Dobrindt präsentiert mit Schaubildern spezifischere Zahlen zu Afghanen und Syrern. „Wenn Sie die Tatverdächtigenzahl anschauen, dann stellen Sie fest, dass wir hier im Verhältnis zu Deutschen bei Afghanen und bei Syrern eine erheblich größere Ausprägung haben – wir reden hier über eine fast zehnfach so hohe Tatverdächtigenbelastungszahl“, erklärt er, während er ein entsprechendes Säulendiagramm hochhält.
Hamburgs Innensenator Andy Grote stört sich an diesen Darstellungen – er wolle ein paar „Ergänzungen“ vornehmen und das Thema „anders akzentuieren“, erklärt er direkt. Bei den Zuwanderern sei der Anteil an der Gesamtkriminalität „überproportional rückläufig“, führt Grote unter Verweis auf die Kriminalstatistik aus. Deutschland sei über die Jahrzehnte immer sicherer geworden – Gefühle von mehr Unsicherheit seien also „nicht zutreffend“.
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