DIW-Präsident Fratzscher fordert autofreie Sonntage und den Verkauf von Goldreserven

vor 2 Monaten

DIW-Präsident Fratzscher fordert autofreie Sonntage und den Verkauf von Goldreserven
Bildquelle: Apollo News

Der Ökonom und Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat sich im Interview mit dem Nachrichtenportal T-Online wegen der anhaltend hohen Spritpreise für drastische Maßnahmen ausgesprochen. So befürwortet er neben einem generellen Tempolimit auch autofreie Sonntage und spricht sich für den Verkauf von Goldreserven aus.

„Wir brauchen autofreie Sonntage und ein Tempolimit – auch jetzt schon, nicht erst, wenn es sich weiter zuspitzt“, sagte Fratzscher. Hintergrund sind die wegen des Irankriegs gestiegenen Benzin- und Energiepreise. Weil die Preise auf eine reale Knappheit zurückgehen, müsse durch politische Maßnahmen der weitere Verbrauch von Öl stark eingeschränkt werden. Derartige Maßnahmen könnten die Knappheit reduzieren und dadurch die Preisentwicklung drosseln.

„Für viele Deutsche ist das ein rotes Tuch. Doch es sind keine trivialen Summen an Treibstoff, die wir einsparen können“, sagte Fratzscher weiter. Historisches Vorbild sind die 1973 von der Bundesregierung unter Willy Brandt verhängten autofreien Sonntage: Insgesamt vier autofreie Sonntage wurden damals durchgesetzt: am 25. November sowie am 2., 9. und 16. Dezember. Hintergrund war die damalige Ölkrise nach dem Jom-Kippur-Krieg, als arabische Förderstaaten ihre Lieferungen drosselten und die Preise sprunghaft stiegen.

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