Dieser Krieg ist auch unser Krieg: Warum Deutschland sich am Iran-Krieg beteiligen sollte

vor 4 Monaten

Dieser Krieg ist auch unser Krieg: Warum Deutschland sich am Iran-Krieg beteiligen sollte
Bildquelle: NiUS

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte, stimmt’s? Falsch. Nicht, wenn das Ergebnis Häme und Schadenfreude darstellt. Und schon gar nicht, wenn es bei dem Streit um Weltpolitik, geopolitische Strategie, jahrzehntelangen Massenmord, internationalen Terrorismus und ganz nebenbei um die Energieversorgung der Welt geht. Wenn zwei sich darum streiten, dann kann ein Dritter sich nicht freuen.

Wenn also die USA und Israel einen Krieg gegen den Iran führen, dann kann Deutschland nicht der lachende Dritte sein, der sich aus allem raushält und abwartet, was da passiert. Dieser Krieg im Iran ist auch unser Krieg. In diesem Krieg werden unsere Werte, unsere Zivilisation und unsere Vorstellung von Staat und Gesellschaft verteidigt. In diesem Krieg wird der einzige demokratische Rechtsstaat im Nahen Osten ebenso verteidigt wie die Energieversorgung der Welt. Und in diesem Krieg geht es darum, ob ein Regime, das seit Jahrzehnten den Terror im ganzen Nahen Osten finanziert, die Vernichtung Israels durch Hamas und Hisbollah betreibt und nebenbei auch noch den Libanon zerstört, irgendwann in den Besitz von Atomwaffen gelangt.

Verteidigt wird also nicht nur ein Land, sondern die Stabilität einer ganzen Region. Beendet werden soll ein System, das seit mehr als vier Jahrzehnten Gewalt exportiert, Milizen ausrüstet und den Nahen Osten in einen permanenten Krisenraum verwandelt. Befreit werden sollen 90 Millionen Iraner, die unter dieser unheiligen Allianz aus Priesterherrschaft und Militärdiktatur ein unfreies, elendes, würdeloses Leben auf Drittweltniveau führen müssen, das ihren Talenten und Begabungen nicht entspricht.

Anhänger der vom Iran protegierten libanesischen Terrorgruppe Hisbollah

Der Sturz dieses Unrechtsregimes ist also für Menschen, Land und Region, ja für die ganze Welt ein Segen. Deshalb führen die USA unter Präsident Donald Trump auch einen gerechten und richtigen Krieg.

Der wurde allerdings übereilt und nicht bis ins letzte Detail durchdacht von den Amerikanern vom Zaun gebrochen. Das wird man Trump ankreiden müssen, auch wenn sein Handeln keineswegs unverständlich ist. Ganz offensichtlich trunken vom ersten so erfolgreichen Bombenschlag auf die iranischen Atomanlagen im Juli 2025 und der erstaunlich reibungslosen Gefangennahme des venezolanischen Diktators Nicolás Maduro im Januar 2026 ist das Trio aus Präsident Donald Trump, Kriegsminister Pete Hegseth und Außenminister Marco Rubio offenbar davon ausgegangen, dass eine blitzschnelle Unterwerfung des Iran wahrscheinlich und ohne größere Verwerfungen der Weltwirtschaft möglich ist.

Trumps Geopolitik-Minister: Außenminister Marco Rubio (rechts) und Kriegsminister Pete Hegseth

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