In seiner Amtsantrittsrede am Neujahrstag hat der neue New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani mit markigen Worten einen Kurswechsel angekündigt. Besonders einprägsam war seine programmatische Formel vom „warmen Kollektivismus“ als Leitidee seines Handelns. Wörtlich sagte Mamdani: „Wir werden diese Stadt näher zusammenbringen. Wir werden die Kälte des rauen Individualismus durch die Wärme des Kollektivismus ersetzen.“
Der Begriff „Kollektivismus“ ist historisch stark aufgeladen. Er steht für die Vorrangstellung des Kollektivs gegenüber individuellen Freiheitsrechten und wird häufig mit staatssozialistischen Gesellschaftsentwürfen in Verbindung gebracht – etwa in der Einflusssphäre der damaligen Sowjetunion („Ostblock“) und bis heute in autoritär regierten Einparteienstaaten wie China oder Nordkorea. In dieser Denktradition gelten individuelle Freiheitsrechte gegenüber dem Staat nicht als schützenswerte Errungenschaft, sondern als Störfaktor gegenüber einem angeblich objektiven „Gemeinwohl“, das oft autoritär definiert und durchgesetzt wird. Mamdani bezeichnet sich selbst als Sozialist.
Der Staat genießt in dieser Denkweise eine privilegierte Stellung. Entsprechend kündigt Mamdani an, seine Regierung werde „expansiv“ regieren. Die Ära des „big government“ – also einer stark interventionistischen Politik – sei nicht vorüber. Er werde „nicht länger zögern, seine Macht einzusetzen, um das Leben der New Yorker zu verbessern“. Bereits im November hatte Mamdani betont, es gebe keine Angelegenheit, die für den Staat „zu klein“ wäre, um sie aufzugreifen.
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