In Deutschland kaum Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat die Affäre um den VW-Manager Jochen Sengpiehl. Er leitete die Marketingabteilung von Volkswagen in China und fiel bis dahin immer als vehementer Verteidiger und Bewunderer des Landes und der dortigen Industrie auf. Dieses Kapitel endete abrupt, als er mit seiner Tochter 2024 von einem Urlaub aus Thailand zurückkehrte – in seinem Pekinger Apartment wurde er von chinesischen Sicherheitskräften aufgegriffen.
Er hatte nach eigenen Angaben in Thailand Cannabis konsumiert, was dort legal ist. Weil das chinesische Regime dies über Social Media sehen konnte, ließ man ihn verhaften – denn schon das Führen von Cannabis im Körper ist in China verboten. Sengpiehl berichtet von einer unfassbaren Tortur: Stundenlang wird der Top-Manager der deutschen Industrie nachts verhört, ohne jeden Außenkontakt in ein „Detention Center“ verbracht und mit zahlreichen chinesischen Mitgefangenen in einer Zelle unter gruseligen Bedingungen weggesperrt – ohne jeden Rechtsschutz, auch die deutsche Botschaft ist machtlos.
Stundenlang muss er sich jeden Tag chinesische Propagandavideos anschauen, dass er Mandarin nicht versteht, ist egal. Zehn Tage verbringt er in diesem Besserungslager, ohne dass man ihm sagt, wie es weitergeht – dann wird er außer Landes geflogen. Es ist ein kleiner Fall, der den Umgang und das Missverständnis in Deutschland gegenüber China und diesem Regime zeigt. Denn: Das Regime folgt keiner Logik, es ist nicht berechenbar – auch für die nicht, die es verharmlosen.
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