Die „rosarote Welle“ gebrochen: Kasts Sieg in Chile untermauert Südamerikas Abkehr von linker Politik

vor 7 Monaten

Die „rosarote Welle“ gebrochen: Kasts Sieg in Chile untermauert Südamerikas Abkehr von linker Politik
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Die „Marea Rosa“ – die rosarote Welle – war über Jahre die bestimmende Geschichte der südamerikanischen Politik: Mit dem Sieg von Hugo Chávez bei der Präsidentschaftswahl in Venezuela institutionalisierte sich die in Südamerika einst revolutionäre Linke, gleichzeitig kam damit eine neue Art südamerikanischer Staatschefs auf die geopolitische Bühne: antiwestlich, streng sozialistisch und zu oft mit autoritären Mitteln regierend. Im Laufe der 2000er Jahre gewannen Akteure dieser Gruppe eine Präsidentschaftswahl nach der anderen: Lula, der heutige Präsident Brasiliens, hatte dieses Amt etwa bereits zwischen 2003 und 2011 inne.

In Argentinien regierte derweil ab 2003 Néstor Kirchner. Er betrieb eine Politik von Verstaatlichungen, Steuererhöhungen und eines massiven Ausbaus des Sozialstaats. In Chile wurde die Sozialistin Michelle Bachelet 2006 und 2014 zweimal zur Präsidentin gewählt. In Bolivien kam mit Evo Morales, wie in Venezuela, ein zunehmend autoritär regierender Sozialist an die Macht.

Nachdem dieses als „rosarote Welle“ bezeichnete Phänomen Ende der 2010er Jahre kurzzeitig zum Halten kam – in Brasilien, Chile und Argentinien amtierten beispielsweise plötzlich konservative Präsidenten –, nahm es während der Corona-Jahre wieder Fahrt auf. Mit der chilenischen Wahl am Sonntag steht jedoch fest: Die rosarote Party ist vorbei – nachdem die Chilenen vier Jahre lang durch den Sozialisten Gabriel Boric regiert wurden, haben sie sich nun mit José Antonio Kast für den wohl bislang konsequentesten konservativen Staatschef entschieden, seit Augusto Pinochet sein Amt im März 1990 abgetreten hat.

Er möchte bei illegaler Migration eingreifen: Seit einigen Jahren flüchten immer mehr Venezolaner aus ihrem durch den Sozialismus von Chávez gebeutelten Land – und wandern in andere Länder illegal ein. Mittlerweile leben Hunderttausende Venezolaner illegal in Chile. Auch hier ist ein Anstieg der Kriminalität zu beobachten, insbesondere durch kriminelle venezolanische Banden, die immer wieder durch brutale Entführungen und Morde auffallen. Kast möchte deshalb nicht nur abschieben, sondern auch die Grenzsicherung deutlich ausweiten.

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