Ein Wirtschaftsminister sollte rechnen können. Auch von einem Wirtschaftsminister, der wie Robert Habeck zugleich Klimaschutzminister ist, sollte man erwarten, dass er die Kunst des Addierens, Subtrahierens und Multiplizierens beherrscht. Bei dem Grünenpolitiker kann man sich da nicht immer sicher sein.
Wirtschaftsminister Habeck verlässt nach einer Pressekonferenz den Saal der Bundespressekonferenz.
Wenn Habeck von Wirtschaft spricht, meint er die Transformation hin zu einer klimaneutralen Ökonomie. Er misst Wirtschaft an der Elle des Klimaschutzes. Gut ist in dieser Perspektive, was der Dekarbonisierung dient. Schlecht ist, was auf fossilen Rohstoffen beruht. Habecks Parteifreundin Luisa Neubauer redet gar vom „fossilen Faschismus“, den es zu besiegen gelte. So schließt sie den Kampf gegen die Erderwärmung und den Kampf gegen tatsächliche oder eingebildete autoritäre Gefahren maximal drastisch kurz.
Habeck wiederum flüchtet auf ganz eigene Weise aus der Realität. Nicht zum ersten Mal verkündete er nun eine blanke Unwahrheit: „Die Inflation sinkt, die Preise gehen runter.“ So formulierte Habeck es wörtlich bei einer Industriekonferenz seines Hauses und des Bündnisses „Zukunft der Industrie“. Der promovierte Literaturwissenschaftler sollte gebildet genug sein, um zu wissen: Eine sinkende Inflation bedeutet eine Verlangsamung des Preisanstiegs. Die Produkte werden unverändert teurer, die Preise gehen hoch, nur eben in geringerem Tempo.
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