Millionen Deutsche haben an der „langen Nacht des Impfens“ teilgenommen. Medizinische Begründung: Die Impfquote soll erhöht und die Impfbereitschaft gestärkt werden. Die Ärzte versuchen damit, auf die kommende Impfsaison aufmerksam zu machen, heißt es. Wir kannten „Die lange Nacht des Lesens“, „Die lange Nacht der Schlösser“, „Die lange Nacht der Museen“. Jetzt also die „lange Nacht des Impfens“.
Ich finde, Impfen ist eine private Sache, für die man sich einen freiwilligen Termin bei seinem Arzt des Vertrauens bucht. Wenn ich mich impfen lassen möchte, dann gehe ich zum Arzt. Dafür brauche ich niemanden, der mir das anbietet. Ich brauche keine „lange Nacht des Impfens“, um über meine Gesundheit zu entscheiden. Ich sehe keinen Vorteil, nur Bevormundung. Ein privater Arztbesuch wird damit in die Öffentlichkeit gebracht.
Besonders ärgere ich mich über eines: Die Corona-Pandemie ist noch nicht lange vorbei, und schon geht es wieder los. Corona und das Thema Impfen haben die Gesellschaft gespalten. Warum lässt man dieses Thema nicht in der Vergangenheit und lernt daraus? „Wenn ich das Wort impfen höre, werde ich wütend“, sagt meine junge Kollegin Adina, Studentin aus Wuppertal. „Wer sich bei uns nicht hat impfen lassen, wurde geächtet und ausgegrenzt. Ich habe es selbst erlebt. Ich habe meine beste Freundin in der Corona-Zeit verloren, weil sie nicht damit klarkam, dass ich mich nicht impfen lassen wollte. Ich durfte kein Handball mehr spielen, ich musste in der Schulzeit vor der gesamten Klasse einen Corona-Test machen, als einzige.“
ANGST IN ANKARA: Gutes Gespräch mit Putin ‒ Was hat Trump auf NATO-Gipfel vor? | WELT LIVESTREAM











