Einen Glauben, der in Gottesdiensten den Kult der politischen Theologie feiert, brauchen wir nicht. So eine Politkirche wird von selbst untergehen. Desgleichen ist der Pfarrer überflüssig, der sich als spiritueller Sozialpädagoge oder als prophetischer Weltretter aufspielt. Aber der Christ, der von Gott her mit seinen Mitmenschen lebt in ihrer Angst, in ihrer Freude, in ihrer Ohnmacht, in ihrer Trauer, in ihrem Hoffen und in ihrem Suchen, der wird auch weiterhin nötig sein.
In Europa stecken wir mittendrin in der Krise der Kirche. Man muss mit weiteren erheblichen Erschütterungen rechnen. Aus der Krise von heute wird morgen eine Kirche hervorgehen, die viel verloren hat. Sie wird klein werden, mithin ganz von vorne anfangen müssen. Sie wird die Bauten nicht mehr füllen oder finanzieren können, die in vermeintlich besseren Zeiten errichtet wurden. Aber sie wird urgemeindlich in Wohnzimmern, Hauskirchen und Chaträumen Herberge finden.
Die Kirche der Zukunft wird mit der Zahl ihrer Anhänger ihre Privilegien verlieren. Sie wird Gott sei Dank nie mehr die gesellschaftsbeherrschende Kraft haben, wie es bis vor kurzem war. Sie wird eine Freiwilligkeitsgemeinschaft werden, die sich nicht mehr durch gesellschaftliche Konformität von selber versteht. Sie wird als kleine Gemeinschaft sehr viel stärker aus der Initiative einzelner Christen leben. Sie wird neue Formen des Amtes kennen. Bewährte Christen, die im Beruf stehen, werden zu nebenerwerbstätigen Pfarrern ordiniert; lebensnahe Pfarrer für lebensnahe Christen.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











