So fröhlich hat sie getanzt – und sie hatte jeden Grund dazu. Keine Ausbildung. Berufserfahrung nur als Regieassistentin, also als professionelle Kaffeeholerin. Doch jetzt zahlte ihr der Steuerzahler jeden Monat 11.000 Euro Gehalt und 5000 Euro steuerfreie „Unkostenpauschale“. Von der Kaffeetassenwäscherin ins Parlament – der deutsche Traum. Also tanzte Emilia Fester in YouTube-Videos durch ihre Zeit als Abgeordnete. Die ist nun vorbei. Sie verlor den Kampf um das Direktmandat in Hamburg-Mitte gegen Falko Droßmann (SPD), und über die Landesliste der Grünen zog Katharina Beck statt Emilia Fester ins Parlament. Ausgetanzt.
Wer sich als Journalistin in staatlichen oder staatsnahen Medien schon über das Fester-Aus grämt, muss jetzt sehr stark sein: Robert Habeck will innerhalb der Grünen auf Führungsaufgaben verzichten. Natürlich war er immer super. Als „Wirtschaftsminister“ und als Kanzlerkandidat. Nur: „Das Angebot war top. Die Nachfrage war nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Sprich: Der Wähler war zu doof, die Grünen zu wählen. Der Schwachkopf. Habeck darf so etwas über den Wähler sagen. Nur umgekehrt – Paragraf 188 sei Dank – wird es zur Majestätsbeleidigung, und die Staatsmacht durchsucht morgens die Wohnung.
Über 800 Mal hat Habeck die Staatsmacht auf seine Kritiker gehetzt. Als „Wirtschaftsminister“ hat er Strom zu einem Luxusgut werden lassen. Die Wirtschaft schrumpfte unter ihm zweimal in Folge und ist aktuell auf dem Weg zum Hattrick. Beim Atomausstieg hat er zuerst vor Gericht dagegen gekämpft, die Akten zu veröffentlichen. Als er dem Rechtsstaat dann doch folgen musste, wurde deutlich, dass der Minister beim Abschalten von sechs modernen Kraftwerken bewusst gelogen hat. Redakteurinnen von ARD und Spiegel werden Robert Habeck maximal vermissen – beim durchschnittlichen Wähler ist es umgekehrt.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











