Es ist nicht nur eine rhetorische Frage, die die Londoner „Financial Times“ (FT) soeben in ihrer Ausgabe vom 27. September 2025 stellt: „Can Germany afford its €1.35tn welfare state?” Gemeint sind die 1,35 Billionen Euro, also die 1.350.000 Millionen Euro, die Deutschland in den Sozialstaat („welfare state“) pumpt: in Sozialleistungen, zum Beispiel Bürgergeld, Krankenkassen, Renten, Pensionen, usw.
„Die Kosten für Gesundheit und Altenpflege steigen schneller als die Inflation, während die Wirtschaft seit mehr als drei Jahren stagniert“, fasst die FT zusammen. Der deutsche Sozialstaat sei zu einem der größten der Welt angewachsen. Er mache 31,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus – FT dazu: „ein Rekordwert“! (Ergänzung: Es ist kein ganz neuer Rekordwert, denn die 30-Prozent-Grenze wurde erstmals 2020 mit 32,5 Prozent überschritten).
Wie schief inzwischen die Finanzierung ist, zeigt ein weiteres Beispiel aus dem FT-Artikel: Während Arbeitgeber und Arbeitnehmer bereits hunderte Milliarden ins Rentensystem zahlen, „musste der Staat 2024 weitere 118 Milliarden zuschießen“. Die FT schreibt ferner von der „Zeitbombe“ der alternden Gesellschaft: „Bis 2036 gehen 16,5 Millionen Babyboomer (Jahrgänge 1954–1969) in Rente, während nur 12,5 Millionen junge Arbeitnehmer nachrücken.“ Eine „Zeitbombe“!
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











