Die Bahn sperrt in Köln den Hauptbahnhof für mehrere Tage. Als Grund werden Bauarbeiten für ein neues elektronisches Stellwerk angegeben, das jedoch wegen Softwarefehlern nicht funktioniert und nicht wie geplant in Betrieb genommen werden konnte. Während der Sperrung fahren weder Fern- noch Regionalzüge ins Kölner Zentrum. Wegen der Panne wird im kommenden Jahr eine weitere Vollsperrung nötig werden, weiß die Bahn schon jetzt. „Man hat manchmal den Eindruck, die Bahn macht das zum ersten Mal“, hat sogar jetzt NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) kritisiert. Die Landesregierung fordere seit Langem bessere Planung und Kommunikation der zahlreichen Baustellen. Er hat möglicherweise vergessen, dass er derzeit der Ministerpräsident des Bundeslandes ist.
In Stuttgart hat die neue Bahnchefin Evelyn Palla gleich mal klargestellt, dass es mit der für Dezember 2026 geplanten Eröffnung von Stuttgart 21 nichts werden wird. Der Tiefbahnhof und der „Digitale Knoten“ würden an Technikproblemen scheitern, die Partner in Land und Region zeigen sich empört. Ursprünglich sollte das Projekt schon 2019 fertig sein, nun ist selbst 2027 unsicher. Palla nannte, vorsichtshalber, keinen neuen Termin.
In Leipzig ist die Agra Brücke für Autos über dreieinhalb Tonnen gesperrt. Sie ist baufällig und müsste sofort neu gebaut werden. Die Stahldrähte sind gerissen, ebenso gäbe es im Beton Risse, wie das Sächsische Verkehrsministerium bekannt gab. Schon vor 20 Jahren wurden Schäden an der Agra Brücke festgestellt, sie ist seit Jahren marode und darf seit langem nur noch mit verminderter Geschwindigkeit befahren werden. Bekannt ist dies alles in der Stadtverwaltung, geschehen ist bisher nichts. Es wird ein Verkehrschaos befürchtet, doch eine weiträumige Umleitung soll erst Ende des Jahres ausgeschildert sein.
In Dresden ist die Carolabrücke bereits über einem Jahr teilweise eingestürzt – und doch passiert erstaunlich wenig. Immerhin gelang es, die Reste und verbliebenen Spuren abzureißen. Die Dresdner stehen jetzt vor einem „Nichts“ über die Elbe. Statt schnell zu handeln, plant Dresden einen Neubau erst ab 2028, Fertigstellung frühestens 2031. Für eine zentrale Elbquerung mitten in einer Großstadt ist das ein Offenbarungseid. Seit dem Einsturz wird über Gutachten, Zuständigkeiten und Varianten geredet – aber es gibt bis heute weder einen beschlossenen, beschleunigten Zeitplan noch sichtbare Vorarbeiten auf der Baustelle. Währenddessen wälzt sich der Verkehr durch Ausweichrouten, ÖPNV und Rettungsdienste müssen Umwege fahren.
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