Deutschlands Stromsystem gerät im Herbst erneut an seine Grenzen. Weil Sonne und Wind schwächeln, produziert das Land derzeit weniger Strom, als es verbraucht – und ist auf Importe angewiesen. Die paradoxe Folge: Nachdem alle Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet und teilweise gesprengt wurden, fließt nun wieder Atomstrom aus Frankreich ins Netz.
Energie-Ökonom Manuel Frondel vom RWI Leibniz-Institut erklärt in Bild: „Die klare Ursache für das Angebotsdefizit ist die schwache Wind- und Solarstromproduktion. Deutschland ist auf die Importe dringend angewiesen.“
An den meisten Tagen im Oktober wurde in Deutschland weniger Strom erzeugt, als es verbraucht. Die steuerbaren Kraftwerke auf Kohle- und Gasbasis liefen nicht unter Volllast, eine Notfallreserve auf Kohlebasis springt nur im Ernstfall an. Batteriespeicher könnten, so Frondel, den Strombedarf des Landes derzeit gerade einmal für rund eine halbe Stunde decken.
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