Bisweilen zwingen die Umstände zu dramatischen Fehlentscheidungen. Manchmal aber wandelt man blind und zielsicher in eine selbstgestellte Falle. Deutschlands Ausstieg aus der Kernkraft ist so ein Ereignis, eine politisch-medial erzeugte Katastrophe, die den Zeitgeist wie unter einem Brennglas sichtbar macht: Wir erleben einen irrationalen, ideologisch extrem aufgeladenen Kampf gegen die wirtschaftliche Realität, wie sie in der Welt vorherrscht.
Die Kernkraft spielt dabei eine besondere Rolle. Sie ist in Deutschland eine Art ideologisches Schlachtfeld, auf dem die Anti-AKW-Bewegung ihre Feldzeichen gegen die Vernunft in den Boden gerammt hat. Repräsentanten aller Parteien jenseits der Brandmauer beteiligten sich an der Zerstörung dieses fundamentalen Bausteins unserer Energieversorgung und lassen bis auf den heutigen Tag keinen Zweifel daran, dass sie sämtliche Brücken zur Kernkraft in Deutschland abreißen werden.
In diesen Wochen wird im niedersächsischen Grohnde das 2023 stillgelegte AKW weiter zurückgebaut. Rot-Grün arbeitet hier Hand in Hand, Genehmigungen zur Destruktion des Kernkraftwerks erfolgen im Land der überbürokratisierten Verwaltung erstaunlich unbürokratisch. Ganz anders stellt sich die Lage in anderen Teilen der Welt dar.
In den USA investiert vor allem die Privatwirtschaft in neue Energieinfrastruktur. KI-Hyperscaler, deren Rechenzentren einen enormen Strombedarf haben, treiben den Aufbau eigener Kernkraftkapazitäten voran. Google, Amazon und Microsoft setzen dabei mit ihrem Kapital unter anderem auf sogenannte kleine modulare Reaktoren, kurz SMR.
Diese Anlagen liefern in der Regel eine Leistung von bis zu 300 Megawatt und könnten rechnerisch bis zu 300.000 Haushalte mit Strom versorgen. Vor allem aber sollen sie das allgemeine Stromnetz entlasten und einen Teil jener Energie bereitstellen, die für die KI-Revolution künftig benötigt wird.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











