Die Internationale Energieagentur (IEA) sieht ihre jüngsten Prognosen bestätigt und die Kerntechnik im Aufwind. In einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht spricht sie im Zusammenhang mit der Technologie von einem „starken Comeback, mit steigenden Investitionen, neuen technologischen Fortschritten und unterstützenden politischen Maßnahmen in mehr als 40 Ländern“. Kernkraftwerke produzierten dieses Jahr so viel Strom wie nie zuvor. Das Interesse an der Technik sei auf dem höchsten Stand seit den Ölpreiskrisen der Siebzigerjahre.
Es werden neue konventionelle Kernkraftwerke gebaut, zugleich verändert die Entwicklung kleiner modularer Reaktoren die Innovationslandschaft, schreibt die in Paris ansässige IEA. Die ersten dieser im Fachjargon Small Modular Reactors (SMR) genannten Kleinanlagen werden voraussichtlich um das Jahr 2030 den kommerziellen Betrieb aufnehmen. Dass die Stromnachfrage in den kommenden Jahrzehnten nicht zuletzt durch Rechenzentren stark ansteigen dürfte, untermauert die Bedeutung ausreichend neuer Quellen für stabile, emissionsarme Elektrizität.
„Es gibt viele Anzeichen dafür, dass wir in eine neue Ära der Kernenergie eintreten“, so IEA-Chef Fatih Birol gegenüber der FAZ. China ist der Hauptmotor im globalen Aufschwung der Kernenergie, so Birol. Ende 2024 befanden sich weltweit 63 Reaktoren im Bau, wovon etwa die Hälfte auf China entfällt. Mit einem durchschnittlichen Alter von nur neun Jahren verfügt China bereits über den drittgrößten Atomkraftwerksbestand weltweit, während die Anlagen in den USA und Frankreich im Schnitt 40 Jahre alt sind.
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