In China haben gerade Xi Jinping und Donald Trump einiges zur Aufteilung der Welt und der Interessensphären miteinander besprochen. Chinas absoluter Herrscher ist in den Gesprächen mit Präsident Trump bei der Vergrößerung seines Einflusses im Indopazifik ein Stückchen vorangekommen. Seine Vision, dass das 21. Jahrhundert ein chinesisches Jahrhundert wird, wurde wieder etwas realer. Man kann den Gipfel bestenfalls als Bekräftigung des Status quo beschreiben, der Chinas wachsendes Selbstvertrauen und Chinas gewachsene Macht verdeutlicht.
So schreiben Rebecca Lissner und Mira Rapp-Hooper in Foreign Affairs: „Die Geschichte könnte dieses Gipfeltreffen jedoch anders in Erinnerung behalten – als einen Wendepunkt, an dem sich das Machtgleichgewicht verschoben hat und China seine Einflusssphäre im Indopazifik tatsächlich zu festigen begann. Diese Entwicklung hat sich im vergangenen Jahr bereits angebahnt, da Trump die Verlässlichkeit der USA als Verteidigungspartner in Asien geschwächt und China gleichzeitig ermöglicht hat, seine wirtschaftlichen, technologischen und diplomatischen Vorteile in der Region und darüber hinaus auszubauen.“
Will Deutschland nicht absteigen, muss Deutschland alles dafür tun, dass der Ukraine-Krieg beendet wird und mit Russland zu einem „Business as usual“ kommen. Die Chancen dafür stehen so schlecht nicht, denn auch Russland ist nicht und kann auch nicht an der Ausweitung der Macht Chinas interessiert sein. Doch Deutschlands selbstbezogene und dilettantische Classe politique ergeht sich in großen Reden im Stil Wilhelms II., taumelt ansonsten durch ihre Traumwelt, in der gewaltige Spiegel den Blick nach draußen verstellen. Einem alten DDR-Witz zufolge könnte ihr Wappentier das Krokodil sein: das Wasser bis zum Hals stehend immer noch große Klappe haben.
Überall ist die Welt in Bewegung geraten, ob zum Guten oder zum Schlechten liegt jeweils im Auge des Betrachters. Wichtig ist es in Zeiten der Bewegung und Veränderung, sich selbst zu bewegen, die eigenen Möglichkeiten und Chancen zu begreifen. Doch in Europa will man davon nichts wissen, versucht sich ein verkrustetes Ancien Regime in Neu-Versailles von Brüssel oder von London, von Berlin oder von Paris an der Macht zu halten, wird jeder Gedanke, die Vergangenheit zu verlassen und wieder an die Gegenwart anzuschließen, sanktioniert.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











