Börsenwoche: Deutsche Wettbewerbsfähigkeit, US-Zinssenkung, KI-Ängste

vor 7 Monaten

Börsenwoche: Deutsche Wettbewerbsfähigkeit, US-Zinssenkung, KI-Ängste
Bildquelle: Tichys Einblick

Um wirtschaftlich wieder Fahrt aufzunehmen, müsse Deutschland preislich wettbewerbsfähig werden, wird Bundeskanzler Friedrich Merz nicht müde zu sagen. Angesichts dieser völlig zutreffenden Einsicht fragt man sich, warum die Bundesregierung alles tut, um den Unternehmen den Preiswettbewerb weiter zu erschweren. Anfang 2026 kommt nun der nächste Kostenschub. Er resultiert aus der Klimapolitik – dann steigt der Preis für den Ausstoß von Kohlendioxid von derzeit 55 Euro je Tonne CO₂ auf bis zu 65 Euro.

Die begrenzt verfügbaren Zertifikate für die Sektoren Gebäude und Verkehr, die den Inhaber zum Ausstoß von CO₂ berechtigen, werden dann versteigert. Heizen und Autofahren werden teurer. Ein Liter Benzin beziehungsweise Diesel dürfte sich beispielsweise um rund drei Eurocent verteuern. Preistreibend dürfte auch wirken, dass die EU Anfang nächsten Jahres den Handel durch eine Reduzierung der handelbaren Emissionszertifikate für die Sektoren Industrie, Energieerzeugung sowie Luft- und Seeverkehr verschärft. Um europäische Unternehmen im Wettbewerb mit Ländern aus anderen Weltregionen nicht zu benachteiligen, war ein Großteil der Zertifikate bislang kostenlos an energieintensive Unternehmen verteilt worden.

Der Luft- und Seeverkehr wird ab Januar keine kostenlosen Zertifikate mehr zugeteilt bekommen. Die Hersteller von Eisen, Stahl, Aluminium, Zement und anderen energieintensiven Produkten müssen zunächst für 2,5 Prozent der von ihnen emittierten CO₂-Mengen Zertifikate kaufen. Bis zum Jahr 2030 steigt der Anteil auf 48,5 Prozent. Ab 2034 müssen die Unternehmen dann alle von ihnen benötigten Zertifikate kaufen. Eine schwere Hypothek für die preisliche Wettbewerbsfähigkeit, zumal die EU die Gesamtmenge der gehandelten Zertifikate weiter verknappt. Die Zahl der verfügbaren Zertifikate wird in den kommenden Jahren um mehr als vier Prozent jährlich verringert, auch das wird die Produktion hierzulande weiter verteuern.

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