In unserem Privatleben ist die staatliche Bürokratie omnipräsent. Ob bei der Steuererklärung oder im Falle des Papierwustes, durch den sich beispielsweise Hauseigentümer kämpfen müssen – der Staat zieht seine Bürger regelmäßig zur Erfüllung seiner eigenen Verwaltungsarbeit heran. Der Bürger leistet im Prinzip ein zeitlich gestrecktes soziales Verwaltungsjahr, ohne Aufwandsentschädigung und mit dem Zwang des Gesetzes stets im Hintergrund.
Im Bereich der Wirtschaft hat die öffentliche Verwaltung kafkaeske Züge angenommen. Dabei ist es längst nicht mehr nötig, endlose, graue und schwach beleuchtete Gänge zu durchschreiten, um einen Verwaltungsmarathon zu überstehen. Die moderne Bürokratie tritt digital auf – und sie ist in ihrem Charakter invasiv, weil sie im Zusammenspiel mit der Politik im Hintergrund daran wirkt, immer neue Kontrollbereiche für sich zu erschließen.
Die Kosten, die daraus entstehen, lassen sich ziemlich präzise anhand der geleisteten Arbeitsstunden zur Erfüllung der Verwaltungsaufgaben kalkulieren. Nach einer aktuellen Auswertung des Statistischen Bundesamtes führt der erzwungene „Dienstleistungsbeitrag“ der Wirtschaft für die deutsche Verwaltung inzwischen zu Kosten in Höhe von 64,2 Milliarden Euro im Jahr.
Gemeint sind damit Melde- und Nachweispflichten, Dokumentationen und Informationsauflagen – von Umweltberichten über Arbeitszeitnachweise der Mitarbeiter bis hin zu Sicherheitsprotokollen für Maschinen oder Meldungen an die Berufsgenossenschaften. Der Bürokratenstaat überwuchert die eigentliche Tätigkeit der Unternehmen auf unverhältnismäßige Weise.
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