Die mediale Treibjagd auf einen aus Deutschland stammenden israelischen Soldaten offenbart den unseriösen und manipulativen Journalismus in Sachen Nahost-Konflikt und bringt den Mann, dem zu Unrecht die Tötung „unschuldiger Zivilisten“ vorgeworfen wird, in Lebensgefahr.
Dies ist eine Geschichte über schmutzige Praktiken im Journalismus, Aktivisten im Gewand investigativer Reporter und die Skrupellosigkeit, mit der die Gefährdung der Existenz von Menschen in Kauf genommen wird, um eine höchst fragwürdige politische Botschaft zu transportieren – in diesem Fall die Erzählung von der tödlichen israelischen Kriegsmaschinerie, die rücksichtslos gegen die Zivilbevölkerung im Gazastreifen vorgehen soll, anhand eines vermeintlich belegten Beispiels. Doch die Anklage beruht auf Täuschung, Manipulation und nicht verifizierten Unterstellungen. Eine Vorgehensweise, die nun Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen wird, den Journalismus der Mainstream-Medien einmal mehr in Verruf bringt und dem Beschuldigten einen Pranger von noch unbekannten Ausmaßen beschert. Die Unschuldsvermutung wird, anders kann man das leider nicht sagen, mit Füßen getreten.
Es begann am 9. September 2025. Der schwer linkslastige britische Guardian, der eine extrem antiisraelische Linie fährt und täglich Völkermord-Vorwürfe im Gaza-Krieg erhebt, veröffentlichte eine Story über eine palästinensische Familie im Norden des Gazastreifens. Sechs Mitglieder der Familie sollen durch israelische Scharfschützen ums Leben gekommen sein, die ursprünglich aus Chicago und München stammten. Das Blatt beruft sich dabei auf monatelange Recherchen in Zusammenarbeit mit Arab Reporters for Investigative Journalism (ARIJ), Paper Trail Media, Spiegel und dem ZDF.
Der britische „Guardian“ brachte die Geschichte am selben Tag wie der „Spiegel“.
Noch am selben Tag zog der Spiegel nach, mit der Story „Der Sniper von Gaza – Israelischer Soldat aus München soll Unbewaffnete erschossen haben“, und nennt dieselben Medien als Recherche-Partner. Doch die erzählte Geschichte ist keine Enthüllung, sie stützt sich auf Auszüge eines off the record, also vertraulich geführten Interviews mit dem Informanten „C.“, einem israelischen Soldaten. Dieses Interview, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen arrangiert, dauerte fünf Stunden und wurde später auf 40 Minuten zusammengeschnitten, dabei irreführend bearbeitet. Dahinter steckte offenbar der palästinensische Journalist und Aktivist (wie ihn selbst der Guardian bezeichnet) Younis Tirawi, der die Aussagen, um die es geht, online veröffentlichte.
Der Scharfschütze „C.“ berichtete dabei von seinen Einsätzen mit einem nicht genannten Partner des Fallschirmjägerbataillons 202. Der Fall, um den es geht (Mitglieder des Doghmosh-Clans wurden erschossen), ereignete sich im November 2023, und, wie gesagt, der Name des Kameraden von „C.“, der sie getötet haben soll, fiel nicht. Dennoch schritt der Guardian zur medialen Exekution, nannte den vollständigen Klarnamen eines deutsch-israelischen Staatsbürgers und veröffentlichte dessen Foto. Der Artikel im Spiegel – verfasst von neun Autoren, darunter Frederik Obermaier, von dem noch die Rede sein wird – sprach von „Daniel G. aus München“ und beschrieb die Lage des Elternhauses („in einer ruhigen Seitenstraße, in der sich Einfamilienhaus an Einfamilienhaus reiht und von wo aus bei gutem Wetter am Horizont die Alpen zu sehen sind“) im Stil von Claas Relotius.
Am 1. Oktober zog das ZDF nach, mit der 14-minütigen „Frontal“-Doku „Der Gaza-Sniper“. „Gemeinsam mit internationalen Partnern“ habe man untersucht, ob „unbewaffnete Zivilisten“ von einer Scharfschützen-„Geistereinheit“ aus Doppelstaatlern „gezielt erschossen“ würden. Und „mutmaßliche Opfer identifiziert“, die laut Mutter und Cousin „für niemanden eine Bedrohung gewesen“ seien.Dass der Doghmosh-Clan, der hauptsächlich in Khan Yunis und in den nördlichen Gaza-Vierteln Tal al-Hawa und al-Sabra ansässig ist, zu den größten und mächtigsten Clans im Gazastreifen zählt, erwähnt der Beitrag nicht. Hervorgehoben wird im Zusammenhang mit dem Clan öfter, dass er sich Gefechte mit der Hamas liefert, was ihn aber nicht unbedingt adelt, vielmehr agieren die beiden Gruppen miteinander eher wie die Corleones und die Tattaglias im Mafia-Film „Der Pate“.
Parteipressekonferenzen von Die Linke, CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen











