„Deutlicher Protest“: Verdi-Chef rechtfertigt Ausbuh-Aktion gegen Friedrich Merz beim DGB-Kongress

vor etwa 2 Monaten

„Deutlicher Protest“: Verdi-Chef rechtfertigt Ausbuh-Aktion gegen Friedrich Merz beim DGB-Kongress
Bildquelle: Apollo News

Verdi-Chef Frank Werneke rechtfertigte, dass Friedrich Merz beim DGB-Bundeskongress ausgebuht wurde. Der Bundeskanzler habe eine Rede gehalten, „die aus meiner Sicht inhaltlich als auch vom Stil – vorsichtig formuliert – schwierig gewesen ist“. Merz hatte bei seinem Auftritt am zwölften Mai die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung und der Rente verteidigt. „Es übersteigt ganz einfach die Kräfte von zwei Beitragszahlern, wenn sie in Zukunft eine Person in der Rente finanzieren sollen“, sagte Merz. Dafür wurde er ausgebuht (Apollo News berichtete).

In der ARD-Sendung Bericht aus Berlin bezeichnete der Verdi-Chef am Sonntagabend die Buhrufe als „deutlichen Protest“, den es an zwei Stellen, bei der Rente und den Krankenkassen, gegeben habe. „Den Rest der Rede haben die Delegierten höflich ertragen“, sagte er. Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters lehnte Werneke ab. „Dieses Lied vom ,alle müssen den Gürtel enger schnallen‘, das ist das, was viele nicht mehr hören können und was dann übrigens auch an der Stelle zu den Buhrufen geführt hat.“

Auf die Frage des Moderators, ob das Konsens-Modell vorbei sei und die Stimmung zu aufgeheizt sei, antwortete Werneke: „Ich sehe nicht, dass der Kanzler den Konsens sucht, zumindest nicht mit uns.“ Er kritisierte, dass die Regierung zahlreiche Kommissionen eingesetzt habe, wie zum Beispiel für die Rente, ohne jedoch Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften zu Mitgliedern bestimmt zu haben. „In Zeiten von Angela Merkel und Olaf Scholz hat es regelmäßig Austauschrunden im Kanzleramt gegeben der Sozialpartner.“ Bei Merz gebe es erst im Juni, nach einem Jahr, das erste Gespräch.

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