Weihnachten feiern Christen ein zentrales Fest ihres Glaubens: Wir brauchen in Bezug auf Gott nicht länger im Dunkeln zu tappen. Gott wird Mensch, um uns Menschen auf Augenhöhe sein innerstes Wesen menschlich mitzuteilen. In diesem Vorwort möchte ich einem Nebenaspekt nachgehen. Wie werden in der Weihnachtsgeschichte der Staat und die damalige Regierung beschrieben?
Erstens: Die Regierung braucht Geld von den Bürgern.
„Und es begab sich zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde“ (Lukas 2,1). Ein banaler und dröger Steuerzensus steht am Anfang der christlichen Heilsgeschichte. Der Staat braucht Geld. Immer und überall. Und wenn’s ums Geld geht, versteht der Staat keinen Spaß. Da müssen die Bürger springen. Die hochschwangere Maria muss 130 Kilometer von Nazareth nach Bethlehem gehen. Es ist nicht gerade sehr bürgerfreundlich, die zuständigen Finanzämter in weite Ferne zu verlegen. Natürlich behauptet jeder Staat dreist, dass alle Steuergesetzgebungen nur den Menschen zugutekämen. Aber Maria und Josef werden das anders gesehen haben. Eine Geburt in dunkler und kalter Nacht in einem Stall in einer fremden Stadt ist eine Qual. Der Staat kommt an dieser Stelle in der Weihnachtsgeschichte nicht gut davon, auch wenn Gott diese staatlichen Schikanen nutzt, um das „Brot der Welt“ symbolträchtig in „Brothausen“ (= hebr. „Bethlehem“) zur Welt zu bringen. Dadurch, dass Gott auf krummen Wegen gerade schreiben kann, sind die Krummheiten der Regierung noch lange nicht gerechtfertigt.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











