Der Mond als Machtfrage – warum Artemis mehr ist als Raumfahrt

vor 3 Monaten

Der Mond als Machtfrage – warum Artemis mehr ist als Raumfahrt
Bildquelle: Tichys Einblick

In wenigen Stunden beginnt die finale Countdown-Phase für die Rückkehr der Menschheit zum Mond. Zum ersten Mal seit dem letzten Apollo-Flug von 1972 sollen wieder Menschen zum Mond fliegen. In der Nacht zum Donnerstag soll um halb eins Artemis II starten. Vier US-Astronauten sollen zum Mond fliegen und den Erdtrabanten umrunden, allerdings nicht landen. Dieser Flug soll erst eine Mondlandung in zwei Jahren vorbereiten. Die SLS-Rakete steht seit einigen Tagen auf der legendären Startrampe 39B des Kennedy Space Centers in Florida.

Nach dem Start fliegt Orion in nordöstliche Richtung, der Standardrichtung, und umkreist die Erde zweimal in derselben Richtung wie die Erdrotation. Die Erde „dreht sich also mit“, das spart Treibstoff, und die Inklination passt perfekt für den späteren Flug zum Mond. Dann nach dem TLI, dem Trans-Lunar-Injection-Burn, biegt sie ab Richtung Mond. Der Brennstoß ist mit 350 Sekunden Brenndauer des Triebwerks so getimt und bemessen, dass das Raumfahrzeug Kurs Mond einnimmt und dort in eine Umlaufbahn einschwenkt, die das Raumfahzeug auch sicher wieder zurück zur Erde bringt.

Allerdings fliegt ab jetzt Orion aus dem Erdorbit, ab jetzt kann sie nicht mehr umdrehen. Sie muss zum Mond fliegen, wird dort vom Gravitationsfeld eingefangen, umkreist ihn und hat immer noch die Geschwindigkeit drauf, bei der sie auch wieder aus der Umlaufbahn hinausbefördert wird auf dem Weg in Richtung Erde. Das ist sozusagen der sichere Weg zum Mond mit Rückfahrschein; die Astronauten kommen auch dann zurück, wenn das Triebwerk bei der Mondumrundung ausfällt und keine Zündung mehr der Kapsel den nötigen Schubs auf die Bahn zurück zur Erde verpassen könnte.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Tichys Einblick

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Tichys Einblick zu lesen.

Weitere Artikel