Der Großhandel in der ökonomischen Todesspirale

vor 10 Monaten

Der Großhandel in der ökonomischen Todesspirale
Bildquelle: Apollo News

Die Hilferufe aus der deutschen Wirtschaft folgen in täglicher Taktung. Waren es zuletzt Mercedes-Chef Ola Källenius und der Vorsitzende der IG BCE Michael Vassiliadis, warnt nun auch der Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dr. Dirk Jandura, vor schweren ökonomischen Verwerfungen und den Folgen der politischen Schockstarre.

43.000 Arbeitsplätze haben die Unternehmen des deutschen Großhandels in den vergangenen zwölf Monaten abgebaut. Das ist ein deutliches Zeichen für die konjunkturell dramatisch schlechte Lage und ein klarer Hinweis darauf, dass es inzwischen vor allem auch auf der Nachfrageseite der Ökonomie bergab geht. Private Haushalte halten ihr Geld zusammen, und gerade mittelständische Unternehmen verzeichnen schlechtere Geschäfte.

Die Krise im Großhandel ist damit weniger eine Ursache als vielmehr ein Ausdruck dieser Entwicklung: Wenn der Mittelstand weniger bestellt und die private Nachfrage schwächelt, schrumpfen automatisch auch die Warenströme. Das wiederum setzt den Großhandel unter Druck und wirkt wie ein Multiplikator, der Produktion, Logistik und Dienstleister zusätzlich belastet. Auf staatlicher Ebene dürfte sich diese Entwicklung auf absehbare Zeit in einem sinkenden Steueraufkommen materialisieren – eine ökonomische Todesspirale, die sich immer schneller dreht, je länger die Politik Strukturreformen und Entlastungen von Wirtschaft und Haushalten verzögert.

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