Der Fall der „Braveheart“-Schwestern – zwischen Realität und medialer Verzerrung

vor 10 Monaten

Der Fall der „Braveheart“-Schwestern – zwischen Realität und medialer Verzerrung
Bildquelle: Tichys Einblick

Das Foto der beiden „Braveheart“-Mädchen Lola und Ruby Moir (12 und 13 Jahre) aus Dundee, Schottland, verbreitete sich innerhalb kürzester Zeit viral. Die Schwestern, die mit einem Messer und einem Beil bewaffnet waren, hatten einem Mann gedroht, der sie mit seinem Handy filmte, und ihn aufgefordert, damit aufzuhören und sie nicht weiter zu belästigen. Bis heute ist unklar, wie es zu dieser Eskalation kam oder was genau die Reaktion der Mädchen auslöste. Auffällig ist jedoch, dass ihr Akzent und ihre Kleidung darauf hindeuten, dass sie eher der britischen Arbeiter- bzw. Unterschicht entstammen.

Mittlerweile ist bekannt, dass sowohl der Mann als auch die Frau, die das Video aufgenommen hatten, angezeigt wurden. Auffällig ist dabei, dass die Daily Mail und zahlreiche andere englische Medien zunächst Partei für den Mann ergriffen. Sie machten ihn und seine Begleitung zum Opfer dieser „wilden Mädchen“ aus der Unterschicht. Er wurde als christlicher Familienvater und legaler Migrant aus Bulgarien beschrieben, der vor vier Jahren ins Vereinigte Königreich eingewandert war und inzwischen in einer Sozialwohnung (council estate) lebt.

Gerade dieser Umstand sorgt bei vielen Briten für Unmut, da die Wartelisten für Sozialwohnungen in der Regel mehrere Jahre betragen, während der Bulgare offenbar bereits nach vergleichsweise kurzer Zeit eine Unterkunft erhielt. Normalerweise haben Migranten aus der EU erst nach fünf Jahren Aufenthalt ein Anrecht auf eine solche Zuweisung.

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