Die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) empfindet den geringen Frauenanteil in Parlamenten als problematisch. „Ich halte das für ein Problem – nicht für ein statistisches, sondern ein demokratisches“, sagte sie gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Samstag. Je weniger Frauen im Parlament vertreten seien, desto weniger Frauen säßen an „zentralen Verhandlungstischen, an denen über die politische Agenda, Ressourcen, Prioritäten und Personal entschieden wird“.
Das sei für alle von Nachteil, weil ihre Perspektiven und Erfahrungen fehlen würden. Anstatt auf Quotenregelungen zu setzen, wolle sie ein Maßnahmenbündel, damit strukturelle Hürden abgebaut würden. Vor allem sei eine noch bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig. „Denn Familienrealität endet weder an der Tür des Plenarsaals noch an der zur Chefetage in Unternehmen.“
Auch in führenden Wirtschaftspositionen gebe es zu wenig Frauen. Das sei allerdings nicht auf fehlende Qualifikationen zurückzuführen. „Denn über 50 Prozent der Studienabschlüsse gehen an Frauen – aber nur 29 Prozent der Führungspositionen“, sagte sie gegenüber dem epd. Vorgeschriebene Quotenregelungen findet sie jedoch schwierig. „Auf Landesebene wurden Paritätsgesetze für verfassungswidrig erklärt. Das ist nicht banal.“
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