Mediendrama trifft auf Realpolitik

vor 5 Monaten

Mediendrama trifft auf Realpolitik
Bildquelle: Tichys Einblick

Zwischen US-Präsident Donald Trump und den deutschen Medien hat sich eine Hassliebe etabliert. Kaum tritt der Amerikaner öffentlich in Erscheinung – was tatsächlich täglich der Fall ist –, reagieren die Etatisten in den Redaktionsstuben mit einem pawlowschen Beißreflex. Selbst seine Davoser Rede am Mittwoch beim World Economic Forum, angesichts der spürbar ablehnenden Haltung der Europäer gegenüber den USA ganz ohne Ranküne vorgetragen, löste einen maximalen Abwehrreflex aus.

Der Stern sieht in Trump den Isolierer des Westens, einen Machtpolitiker, der in Davos Kreide fraß, und wertet seine Rede zugleich als Bankrotterklärung für die NATO. Ganz so, als wolle man den deutschen Kampfgeist gegen Trump um jeden Preis am Leben halten, warnte die Frankfurter Rundschau davor, sich vom moderaten Ton des US-Präsidenten nicht einlullen zu lassen. Der Sound ist martialisch – Trump im Titel verkauft sich verlässlich gut.

Und es passt den deutschen Medien gar nicht, dass Trump regelmäßig dazu neigt, europäische Spitzenpolitiker wie Emmanuel Macron öffentlich der Lächerlichkeit preiszugeben. Natürlich setzt auch die Tagesschau ihre Faktenfüchse auf den Amerikaner an. Seine Rede sei gespickt mit zahlreichen ungenauen Aussagen und Falschbehauptungen.

Wären sie doch nur einmal so präzise und aufmerksam, wenn Macron, Merz und von der Leyen Lüge auf Lüge reihen – sei es mit Blick auf die eigene Politik, die Lage der Ökonomie, die Situation im Ukraine-Konflikt oder vor dem Hintergrund der gescheiterten Energiewende, die die Europäer nun in eine Armutsspirale drängt.

Selbst die Tatsache, dass sich vor unseren Augen unter massiver deutscher Unterstützung ein Überwachungsstaat orwellschen Ausmaßes erhebt, ficht deutsche Medienmacher in keiner Weise an. Kurz gesagt: Die Guten, das sind wir. Die Bösen, die sitzen im Weißen Haus. Und wir, die Guten, wollen die braven europäischen Lämmer doch nur vor dem toxischen Gift der patriotischen Gesinnung abschirmen, die uns die Amerikaner im virilen Machbarkeitswahn zu injizieren versuchen.

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