Ganze 5,5 Prozent erreichte die einstmals stolze Volkspartei SPD noch bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Eine Partei, die einst die Regierungsgeschicke im Land entscheidend mitbestimmte, ist marginalisiert und wird in den kommenden fünf Jahren de facto keine Rolle mehr spielen.
So richtig überraschend ist das Ergebnis für den interessierten Beobachter kaum noch – allenfalls in seiner besonderen Härte. Zu sehr hat man sich in den vergangenen Jahren an den schleppend stetigen Niedergang der Partei gewöhnt. So sehr, dass einem nicht einmal mehr auffällt, dass sie ihr bereits historisch schlechtes Ergebnis von 2021 von 11 Prozent noch einmal halbiert hat.
Auch dieses Ergebnis entsprach damals bereits einer Halbierung gegenüber dem Resultat von 2011, als noch 23,1 Prozent erreicht wurden. 2001 waren es sogar einmal 33,3 Prozent. Die Verzwergung der SPD zu einer Splitterpartei ist eine dieser Kuriositäten, über die bereits alles gesagt zu sein scheint. Und doch setzt die Partei ihren Weg in die Bedeutungslosigkeit unbeirrt fort.
Beharrlich verweigert man in der SPD jede ernsthafte Reaktion auf diesen Niedergang – die Partei scheint sich mit ihrer Misere abgefunden zu haben. Nichts anderes lassen die zur Gewohnheit gewordenen Pressestatements vermuten, die nach jedem dieser Debakel von der Parteiführung verlautbart werden und genauso leer sind wie die SPD-Kästchen auf den Wahlzetteln vieler Bürger. Parteichef Lars Klingbeil sah auch in dem desaströsen Ergebnis von Baden-Württemberg keinen Anlass für eine wie auch immer geartete Kehrtwende. Warum auch?
Der Wähler habe sich demnach vor allem auf die Spitzenkandidaten von CDU und Grünen, Manuel Hagel und Cem Özdemir, konzentriert. Gegen den Charme der beiden habe die SPD deswegen schlichtweg keine Chance gehabt. Weil man aber in zwei Wochen in Rheinland-Pfalz mit Alexander Schweitzer selbst einen beliebten Kandidaten im Rennen habe, sei die Lage insgesamt doch gar nicht so schlecht.
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