Der Tag hatte keinen Anfang und kein Ende. Die Erinnerungen an einen Freibadsommer meiner Kindheit verschmelzen zu ungezählten sorgenfreien Stunden, die erst endeten, wenn aus dem Lautsprecher eine Stimme das Lachen und Juchzen der Besucher übertönte: „Das Bad schließt in 30 Minuten.“
Die Stimme kam vom Bademeister, der einzigen Autorität, die von uns allen akzeptiert wurde. Wenn der Mann mit der verspiegelten Sonnenbrille einen Jungen andonnerte, „weg mit den Pommes vom Beckenrand“, dann waren sie weg – die Pommes und der Junge.
Das Freibad meiner Kindheit war auch ein großes Schaulaufen. Die Jungs tobten am Ein-Meter-Brett, weil dahinter die Mädchen aus unserer Schule lagen. Aus ihrer Ecke kamen ein ununterbrochenes Kichern und Gackern. Sie guckten nicht hoch zu uns, aber sie registrierten alles, was wir veranstalteten, um auf uns aufmerksam zu machen. Das war nicht viel, keiner traute sich rüber. Eine Mischung aus Schüchternheit und Respekt hielt die Jungen von den Mädchen fern.
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