Obwohl die Mehrheit der Deutschen hinter Friedrich Merz‘ „Stadtbild“-Aussage steht, wird der Bundeskanzler ausgerechnet vom eigenen Juniorpartner aufs Schärfste kritisiert. In der Koalition herrscht alles andere als Einigkeit, das zeigen auch die Äußerungen führender Sozialdemokraten in Reaktion auf die von Merz am 14. Oktober losgetretene Debatte um das „Problem“ im Stadtbild, womit der CDU-Vorsitzende die unregulierte Migration gemeint hatte.
„Wir arbeiten in der Koalition hart daran, die wirklichen Probleme des Landes zu lösen“, erklärte dazu der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Fiedler, gegenüber der Welt. Er stellte klar: „Auf Debattenbeiträge des Regierungschefs, die die Menschen nicht versöhnen und verbinden, sondern spalten und erzürnen, wollen wir wirklich verzichten“ und fügte sogar noch hinzu: „Danke für nichts, Herr Bundeskanzler!“
Auch vom SPD-Vorsitzenden und Vizekanzler Lars Klingbeil gab es zuvor bereits Schelte. Weil Merz seine Aussage nicht zurückziehen und einordnen wollte, sondern auf eine Journalisten-Frage, was er mit seiner Äußerung gemeint habe, mit „Fragen Sie mal Ihre Töchter“ geantwortet hatte, kritisierte Klingbeil: „Ich möchte in einem Land leben, in dem nicht das Aussehen darüber entscheidet, ob man ins Stadtbild passt oder nicht.“
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