In der bayrischen Stadt Dachau ist eine neue Asylbewerber-Unterkunft eingeweiht worden, die sich auf dem Gelände eines ehemaligen Lagers für Zwangsarbeiter befindet. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, blickt die neue Asylunterkunft in der Kufsteiner Straße auf eine „bewegte Geschichte“ zurück. Nun sollen auf „geschichtsträchtigem Boden“, so beschreibt es die Süddeutsche, fast 200 Asylbewerber Unterschlupf finden, die meisten von ihnen arabischstämmig.
Das Grundstück, auf dem heute vier neue Häuser für Asylbewerber stehen, diente während der NS-Zeit als Durchgangslager „Dachau-Rothschwaige“. Dort wurden ab 1942 Zwangsarbeiter gesammelt und auf Arbeitsstätten verteilt. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden heimatlose Menschen hier eine Bleibe, und von 1991 bis 2016 diente das Gelände als Unterkunft für Migranten, bevor die baufälligen Baracken abgerissen wurden. 20 Fußminuten vom neuen Asylbewerber-Standort befindet sich auch die KZ-Gedenkstätte Dachau. Das Konzentrationslager Dachau war das erste als Dauereinrichtung gebaute Konzentrationslager des NS-Regimes, das 1933 erbaut und bis 1945 betrieben wurde.
Jüdische NS-Zwangsarbeiter arbeiten während des Zweiten Weltkriegs in einer Munitionsfabrik in Dachau.
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