Bundesfamilienministerin Lisa Paus hat Fehler beim Umgang ihrer Partei mit dem Grünen-Abgeordneten Stefan Gelbhaar eingeräumt. „Da ist richtig viel schiefgelaufen“, sagte die ranghohe Grünen-Politikerin über die Konsequenzen für Gelbhaar, nachdem größtenteils erfundene Belästigungsvorwürfe dessen politische Karriere beinahe beendet hätten.
Eigentlich wollte der 48-Jährige für den zweiten Listenplatz des Berliner Landesverbandes der Grünen hinter Paus kandidieren. Nachdem der RBB im Dezember über die Vorwürfe gegen Gelbhaar berichtet hatte, zog er diese Kandidatur zurück – Robert Habecks Wahlkampfmanager Andreas Audretsch profitierte und übernahm den Listenplatz kampflos.
Und auch seine Direktkandidatur für den Bundestag verlor Gelbhaar bei einer zweiten Wahlversammlung, die nach den Vorwürfen im Kreisverband Berlin-Pankow einberufen worden war – obwohl er die Kandidatur im November noch mit 98,4 Prozent für sich beanspruchen konnte. Mittlerweile ist der seit 2017 im Bundestag sitzende Grünen-Politiker größtenteils entlastet, gewichtige Vorwürfe wurden vermutlich von einer Grünen-Bezirkspolitikerin erfunden.
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