Akademiker lehnen eine Aufarbeitung der Corona-Jahre ab. Das zeigt zumindest eine Umfrage der Zeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Infas. Demnach hätten lediglich 17 Prozent der befragten Akademiker die Frage, „Muss Deutschland die Coronapandemie Ihrer Meinung nach besser aufarbeiten?“, mit „Ja“ beantwortet.
Brisant ist auch die Zahl der „Nein“-Antworten: Ganze 82 Prozent lehnten eine Aufarbeitung ab. Interessant ist auch die Wortwahl für die Frage: Dass die Pandemie „besser“ aufgearbeitet werden kann, setzt voraus, dass sie überhaupt aufgearbeitet wird. In der öffentlichen Debatte spielt das jedoch gar keine Rolle. Die Ampel-Parteien haben sich lange um diese Verantwortung herumgewunden. Erst nach der Veröffentlichung der Krisenstabsprotokolle des Robert-Koch-Instituts im März wurde auch die Bundesregierung zunehmend unter Druck gesetzt.
Während sich die Grünen komplett bedeckt hielten und die FDP immerhin eine Enquetekommission forderte, brachte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach jedoch lediglich einen Bürgerrat ins Spiel – einen Untersuchungsausschuss lehnte der SPD-Politiker grundsätzlich als nicht zielführend ab (Apollo News berichtete). Spätestens nach dem Ampel-Aus und der vereinbarten Neuwahl am 23. Februar ist klar: Eine Aufarbeitung wird es in dieser Legislaturperiode nicht mehr geben.
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