Es ist ein Fall, der Deutschland bewegt. Die Schauspielerin Collien Fernandes wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vor, sie „virtuell vergewaltigt“ zu haben. Ulmen soll sich mit falschen Accounts auf Social Media als seine Frau ausgegeben haben. Er selbst hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert, sein Anwalt spricht von „unwahren Tatsachen“. NIUS recherchiert in dem Fall, der inzwischen auch eine politische Dimension erreicht hat, da die Bundesregierung offenbar ein Gesetz plant, mit dem jegliche „herabwürdigende“ Deepfakes unter Strafe gestellt werden sollen. Deswegen stellte NIUS schriftlich mehrere Fragen an Collien Fernandes. Diese Fragen hat Collien Fernandes persönlich in schriftlicher Form beantwortet. Eine Antwort scheint besonders brisant: Offenbar, so liest es sich, wirft Fernandes ihrem Ex-Mann Christian Ulmen NICHT vor, pornografische Deepfakes von ihr verbreitet zu haben (Antwort zu Fragen 3 bis 6), sondern unter ihrem Namen andere pornografische Bilder. NIUS dokumentiert die Fragen und Antworten.
NIUS: In der zweiteiligen ZDF-Dokumentation „Spurensuche“, an der auch Sie mitgewirkt haben, wird Ihr (ehemaliger) Anwalt Christian Schertz mit folgenden Worten über Deepfakes zitiert: „Es ist eine mediale Vergewaltigung“. Mit einem ähnlichen Wording überschreibt der Spiegel seinen Artikel über Ihre Vorwürfe an Christian Ulmen: „Du hast mich virtuell vergewaltigt.“ Der Spiegel zitiert hier nach eigenen Angaben aus einer Nachricht von Ihnen an Herrn Ulmen. Inwiefern fanden zuvor Absprachen zwischen Ihnen und Herrn Schertz statt?
Collien Fernandes: Es fanden keine Absprachen zwischen Christian Schertz und mir statt.
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