Christenverfolgung in Syrien – und keiner schaut hin

vor 9 Monaten

Christenverfolgung in Syrien – und keiner schaut hin
Bildquelle: Tichys Einblick

Wieder einmal erreichen uns aus Syrien Nachrichten, die geeignet sind, selbst den abgeklärtesten Beobachter zu erschüttern. In den letzten Stunden tauchten Videos auf, die nahelegen, dass nunmehr ganze christliche Dörfer systematisch niedergebrannt werden – ein Fanal in einer Region, die seit zweitausend Jahren zu den ältesten Heimstätten des Christentums gehört.

Zwar muss man mit Blick auf die Unübersichtlichkeit der Lage und die Abhängigkeit von lokalen Quellen stets Vorsicht walten lassen, ist es doch zumindest bei oberflächlicher Betrachtung nicht ganz unmöglich, dass die Bilder einem anderen Kontext entstammen (von KI-Manipulation ganz zu schweigen). So kursieren gleichzeitig auch Disclaimer, die einige der Bilder als Waldbrände zu identifizieren suchen:

Doch wie auch immer man die heutigen Bilder einschätzt, so bestätigen auch Hilfswerke und Kirchenvertreter in den letzten Tagen und Wochen immer wieder, dass die Lage der verbliebenen Christen dramatisch ist, den Bildern kommt also eine gewisse Plausibilität zu.

Dass das Thema in den Mainstreammedien ohnehin so gut wie abwesend ist, dürfte wohl niemanden überraschen, der sich zumindest gelegentlich aus anderen Quellen als der deutschen Tagesschau informiert: Die Zeit, als anti-christliche Übergriffe in Syrien gemeinsame militärische Interventionen aller abendländischen Nationen zum Schutze ihrer Glaubensbrüder provozierten, ist längst vorbei; und sollte die Situation so weit eskalieren, dass sie nicht mehr verschwiegen werden kann, darf man sicher darauf zählen, dass im nächsten Augenblick die üblichen „Expert*innen“ mit entsprechender „Einordnung“ zur Hand sind und durch Verweise auf Kreuzzüge, Kolonialismus und US-Imperialismus die gegenwärtigen Ereignisse als betrübliche, aber im Kern gerechtfertigte Reaktion der „Unterdrückten“ verniedlichen.

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