Das Land, von dem Daniel Günther träumt, ist eine Diktatur. Daran lässt der Auftritt des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther in der Talkshow von Markus Lanz keinen Zweifel. Immer wieder beschwor der CDU-Mann am Mittwochabend „unsere Demokratie“. Wer noch einen Beweis braucht, hat ihn spätestens mit dieser Sendung bekommen: „Unsere Demokratie“ bedeutet das Ende der Demokratie.
Was Günther erreichen will, ist die Vernichtung aller kritischen Stimmen: Die Opposition soll verboten werden. Die freie Meinungsäußerung soll unterbunden werden. Kritische Presse soll ausgeschaltet werden. Namentlich nennt Günther NIUS. Auf die Frage von Lanz, ob Günther Zensur, gar ein Verbot fordert, antwortet dieser: „Ja.“
Der Ministerpräsident verheimlicht nicht einmal, worum es ihm dabei geht: um den Machterhalt. Er selbst ist es, der das Gespräch auf die Meinungsfreiheit in sozialen Netzwerken bringt, von der er sich offensichtlich bedroht fühlt. Denn Lanz will eigentlich nur wissen, wie die CDU auf die politische Konkurrenz, namentlich die AfD, reagieren soll. Günther fühlt sich vom demokratischen Recht der Bürger, bei einer freien Wahl zu entscheiden, wer das Land regiert, offensichtlich bedroht. Darum fordert er zunächst ein Verbot der Oppositionspartei AfD. Dann nimmt er die Pressefreiheit und die sozialen Netzwerke ins Visier.
Immer, wenn die Koalition „in eine Schieflage gekommen“ sei, habe das mit kritischer Berichterstattung zu tun gehabt. Er erinnert an die gescheiterte Verfassungsrichterwahl im vergangenen Juli: „Brosius-Gersdorf zum Beispiel. Ich meine, wer hat denn dagegen geschossen? NIUS und solche Portale. Und es gibt Abgeordnete meiner Union, die solche Portale lesen, die sowas teilweise auch weiterschicken, die sowas in WhatsApp Gruppen verteilen. Und ich glaube, wir müssen viel, viel mehr aufwachen, dass das unsere Gegner und auch die Feinde von Demokratie sind.“
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