Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat im Umgang mit AfD-Wählern einen anderen Ton gefordert. In einem Interview mit dem „Tagesspiegel“ sagte der CDU-Politiker: „Wir sollten keine Brandmauern errichten, sondern Brücken bauen – und zwar zurück in die Mitte.“ Es gehe darum, die Menschen zu begeistern und nicht zu stigmatisieren. „Denn immer mehr Stigmatisierung führt zu immer mehr Radikalisierung“, sagte er.
Damit geht Rhein auf Abstand zu dem Begriff der Brandmauer, der in den Medien und im politischen Betrieb seit Jahren für die strikte Abgrenzung zur AfD steht. Der hessische Ministerpräsident hatte die Brandmauer zur AfD früher selbst mehrfach verteidigt. Noch 2023 erklärte Rhein, für die CDU Hessen stehe die Brandmauer „ganz klar“.
Rhein sagte nun weiter: „Viele, die die AfD wählen, sind keine Rechtsradikalen.“ Diese Menschen fühlten sich „ausgegrenzt, nicht gehört, abgestempelt“. Das führe zu einer „gefährlichen Normalisierung“. Die Union müsse diese Wähler zurückgewinnen. In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg entsprach es dem Selbstverständnis der CDU – gerade in Hessen – rechte Wähler an die politische Mitte anzubinden.
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