Inkongruenz. Das war das Wort, das ein Forschungsteam wählte, um zu beschreiben, wie sich die Teillegalisierung von Cannabis auswirkt. Rund eineinhalb Jahre nach der Gesetzesänderung durch die damalige Ampelkoalition stellte das Forschungsprojekt „Ekocan“ der Universitätskliniken Hamburg-Eppendorf (UKE) und Düsseldorf sowie der Universität Tübingen am 29. September seinen ersten Zwischenbericht zu den Auswirkungen der Teillegalisierung vor. Die Ziele des „Cannabiskonsumgesetzes“ sind demnach kaum erreicht worden: Der Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte vor allem angestrebt, den Schwarzmarkt zurückzudrängen. Das hat bislang nicht funktioniert.
Die Ampel hat damals nicht genau definiert, was der Schwarzmarkt ist und ob „Social Supply“ – also die Weitergabe von Cannabis unter Freunden und Bekannten – dazugehört. Aber laut der Forschungsgruppe nimmt dieser Social Supply nach wie vor eine zentrale Rolle ein. Dabei ist oft unklar, ob das Cannabis aus illegaler oder legaler Quelle stammt. Im Zwischenbericht können die Forscher keine genauen Marktanteile für die Bezugsquellen angegeben. In den letzten zwölf Monaten haben etwa 4,5 Millionen Erwachsene zwischen 18 und 59 Jahren bei mindestens einer Gelegenheit Cannabis konsumiert. Die vorliegenden Zahlen zeigen entsprechend: Wo die meisten dieser Konsumenten ihr Cannabis besorgt haben, ist ungewiss. Aber eins wissen die Forscher von Ekocan: Der Schwarzmarkt spielt weiterhin eine Rolle.
Lauterbach pries in der Diskussion um das Cannabisgesetz die „Cannabis Social Clubs“ an, um den Schwarzmarkt zu bekämpfen. Das sind nicht-gewerbliche Vereine, in denen Erwachsene gemeinschaftlich Cannabis anbauen und an Mitglieder abgeben dürfen. Damit wollte die Ampel einen kontrollierten und legalen Zugang zu Cannabis für Erwachsene herstellen. Dem Schwarzmarkt können diese Vereine bislang allerdings kaum etwas entgegenhalten: Sie produzierten 2014 weniger als 0,1 Prozent des Gesamtbedarfs.
Parteipressekonferenzen von Die Linke, CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen











