Die Bundeswehr stellt sich im Falle eines Krieges mit Russland auf ein Szenario ein, das erschreckende Dimensionen hätte: Bis zu 1000 verwundete Soldaten pro Tag müssten nach Schätzungen der Militärmediziner versorgt werden. Das erklärte Generaloberstabsarzt Ralf Hoffmann gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Zahl sei eine realistische Annahme für eine militärische Auseinandersetzung „hoher Intensität“, bei der moderne Waffen und insbesondere Drohnen eine zentrale Rolle spielen würden.
Die Einschätzung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die geopolitische Lage in Europa zunehmend angespannt ist. Der seit mehr als zwei Jahren andauernde russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die Sicherheitsarchitektur auf dem Kontinent erschüttert. Mehrere NATO-Mitgliedstaaten berichten von wachsenden Bedrohungen – zuletzt meldete Estland das Eindringen russischer Kampfflugzeuge in seinen Luftraum. Die NATO warnt, dass Russland spätestens 2029 in der Lage sein könnte, das Bündnis direkt anzugreifen. Moskau weist solche Vorwürfe kategorisch zurück und spricht von „westlicher Propaganda“.
Doch in den Hauptstädten Europas nimmt man die Gefahr ernst. Die Rüstungsausgaben steigen, Bundeswehr und Partnerarmeen verstärken ihre Truppen an der Ostflanke des Bündnisses. „Die Art der Kriegsführung hat sich seit Beginn des russischen Angriffskrieges dramatisch verändert“, erklärte Hoffmann. Vor allem der massive Einsatz von Drohnen zwinge zu neuen medizinischen Strategien. Verwundungen durch Drohnenschläge seien nicht nur schwerer, sondern erschwerten auch die Bergung Verwundeter an der Front.
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