Heue gibt es zwei Meldungen zur Bundestagswahl. Die eine dreht sich um sich selbst, wenn sie erzählt, wie viele Leute glauben, dass der nächste Kanzler Merz heißt. Die andere Meldung kann wahlentscheidend sei. Der kurzen Briefwahlfrist für die Bundestagswahl 2025 wegen empfiehlt Thüringens Landeswahlleiter Holger Poppenhäger, auf die Briefwahl zu verzichten (BILD): „Die Briefwahlfrist ist diesmal sehr kurz. Wir können die Unterlagen in einigen Regionen erst am 10. Februar an die Wähler verschicken. Es ist nicht sicher, dass die Post die Briefe in ein oder zwei Tagen zustellt. Durch das neue Gesetz können es auch drei Tage sein. Wir sollten das Briefwahlaufkommen deshalb gering halten.“ Wer sichergehen wolle, dass sein Stimmzettel zählt und nicht am Montag nach der Wahl noch herumliegt, sollte im Wahllokal wählen oder die Unterlagen sofort ausfüllen und zurückschicken, sagte Poppenhäger. Außerdem: „Bei manchen Briefkästen ist die letzte Leerung bereits am Freitagabend. Briefe, die erst am Samstag eingeworfen werden, kommen dann nicht rechtzeitig an.“ – Was der Landeswahlleiter nicht sagt, füge ich hinzu: Das ist eine Einladung für Wahlanfechtungen.
Dem Demoskopiepegel nach dürfte CDU-Merz als der deutsche Kronprinz Charles im nächsten Jahr – wahrscheinlich erst spät – endlich den Thron be-sitzen. Sicher ist das deshalb nicht, weil SPD-Scholz möglicherweise dort viel länger sitzenbleibt, weil die Gültigkeit der Bundestagswahl aus mehrerlei Richtungen infrage gestellt werden könnte – bis hin zur Annullierung des Ergebnisses. – Wo sich hierzulande im Unterschied zu den USA und Argentinien die Politik in der Sache nicht ändert, bleibt dem freien Bürger nur ein letztklassiges Schauspiel, das polit-medial vorgaukelt, es bedeute etwas, was innerhalb der Brandmauern so vor sich geht.
Demoskoköder? CSU-Vormann und Bayerns Ministerpräsident Söder „garantiert“, dass die CSU im Falle eines Wahlsiegs der Union keinen Koalitionsvertrag mit den Grünen unterschreibt: „Da bin ich ganz felsenfest klar.“ – Vorsicht, wenn Söder so was sagt, ist erfahrungsgemäß mit dem Gegenteil zu rechnen. – Söder nannte die Grünen „Hauptbremser beim Thema Migration“. Auf die Frage, warum die Union in Umfragen nicht zulege, antwortete Söder, er vermute, dass viele potenzielle CDU/CSU-Wähler der Union eine echte Politikwende nicht zutrauten: „Ich glaube, viele potenzielle Unionswähler sind unsicher. Wird es reichen für einen grundlegenden Wechsel? Oder ist es nur ein Regierungs- statt eines Richtungswechsels? Bedeutet das Angela Merkel 4.0? Oder ist es tatsächlich doch eine neue Regierung, mit einer neuen Handschrift und Mentalität? Wird man sich wieder auf deutsche Tugenden konzentrieren wie Leistungsbereitschaft, Fleiß, Anstand, Pünktlichkeit? Oder geht es weiter mit der ganzen Woke-Soße, mit immer mehr Gendern?“ – Ich übersetze das ins Deutsche. Söder will doch nur Wähler anlocken, die er – die Finger nach Landesbrauch hinter dem Rücken gekreuzt – nach der Wahl selbstverständlich ignoriert, wenn es ums einzige im deutschen Parteienstaat geht: um die persönliche Macht.
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