Im Angesicht jeder neuen Wahlniederlage demonstriert die SPD eine geradezu bodenlose Hilflosigkeit. Niemand verkörpert das am Sonntagabend so wie Parteichefin Bärbel Bas. Der Bund war „nicht dazu da, ihm Rückenwind zu geben“, stellt sie lapidar im Interview bei Phoenix fest – und flieht unmittelbar in die vielleicht leersten Allgemeinplätze des Abends.
„Wir haben uns, Lars Klingbeil und ich, auf den Weg gemacht. Wir wollten und wir wollen die Partei neu ausrichten. (…) damit haben wir begonnen, und damit wollen wir auch weitermachen. Ich will die SPD einfach nicht aufgeben, sie ist wichtig in diesem Land“, meint Bas. Man will dem Wahlergebnis im wahrsten Sinne trotzen – aber Trotz ist kein Allheilmittel. Genauso wenig wie der unerträgliche Politikersprech, man habe sich ja irgendwohin „auf den Weg gemacht“.
Die einfache und gleichzeitig so brutale Nachfrage schlägt dann unmittelbar ein: Warum sehen das die Wählerinnen und Wähler nicht? Bärbel Bas wiederholt stumpf, man habe sich „auf den Weg gemacht“. „Das wird ja wahrgenommen“, meint sie. Die Wahlergebnisse sprechen eine andere Sprache.
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