In Großbritannien hat die Ausschreibung für den Posten eines „Shariah Law Administrator“, zu Deutsch etwa Scharia-Richter, auf dem Jobportal eines britischen Ministeriums eine heftige politische Kontroverse ausgelöst. Die in einer privaten Einrichtung zu besetzende Stelle ist mit 23.500 Pfund im Jahr dotiert.
Das britische Arbeits- und Rentenministerium (Department for Work and Pensions, DWP) hat auf der eigenen, vom Ministerium betriebenen Jobbörse eine Stelle als „Sharia Law Administrator“ beworben. Tatsächlich ausgeschrieben wurde die Stelle zwar vom „Manchester Community Centre“, einer privaten Einrichtung, nicht vom DWP selbst. Dennoch hat die öffentliche Bewerbung des Jobs auf einer regierungseigenen Website heftige Debatten ausgelöst. Nicht zuletzt deshalb ist das Stellenangebot mittlerweile auch wieder von der Jobbörse des DWP verschwunden.
Voraussetzung für die Stelle, die zur administrativen Unterstützung eines lokalen Scharia-Gerichts gedacht ist, ist ein akademischer Abschluss im Bereich des islamischen Rechts. Bei dem Scharia-Rat handelt es sich um den „Manchester Sharia Council“ , eine Wohltätigkeitsorganisation, die auf lokaler Ebene muslimischen Familien eigenen Angaben zufolge unter anderem Beratung in Ehe- und Scheidungsangelegenheiten nach dem Scharia-Recht anbietet.
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